Dienstag, 17. Mai 2022

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Handball
"Die Kultur muss sich verändern"

Im Handball wird viel über die körperliche Belastung wegen des engen Spielplans diskutiert. Die Folgen für die Psyche müssten mitgedacht werden, fordert Kai Wandschneider, Trainer des Bundesligisten HSG Wetzlar im Dlf. Die Gemeinschaft innerhalb einer Mannschaft könne vor zu hohem Druck schützen.

Kai Wandschneider im Gespräch mit Marina Schweizer | 10.05.2018

Der Trainer des Handball-Bundesligisten HSG Wetzlar, Kai Wandschneider, während eines Spiels gegen TuS N-Lübbecke
Der Trainer des Handball-Bundesligisten HSG Wetzlar, Kai Wandschneider, während eines Spiels gegen TuS N-Lübbecke (imago sportfotodienst)
Im Handball sei es so, dass die Pausen immer kürzer werden, da jedes Jahr ein Großereignis wie eine Welt- oder Europameisterschaft stattfinde. "Wir können uns zwischen der Saison einfach nicht mehr psychisch erholen", moniert Wandschneider. Dies führe zu schwerwiegenden Problemen.
"Nur hinter vorgehaltener Hand"
Viele Verletzungen hätten eine psychische Ursache: "Der Körper braucht dann eine Pause, vor allem braucht die Seele eine Pause." So richtig offen darüber gesprochen werde allerdings nicht. Dies geschehe eher hinter vorgehaltener Hand.
Niemand darf ausgeschlossen werden
"Ich befürworte eine starke Spielergewerkschaft", so Wandschneider. An einer Diskussion müssten sich die Spieler beteiligen, denn sie seien die unmittelbar Betroffenen. Es müsse ein Bewusstsein in der Szene entstehen und von diesen Diskursen dürfe niemand ausgeschlossen werden.
Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.