Dienstag, 28. Juni 2022

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Harald Welzer vs. Ulf Poschardt
Müssen wir aufhören zu fliegen?

Fliegen – noch vor zehn Jahren war es der Inbegriff zeitgemäßer Mobilität und Weltläufigkeit. Gesammelte Meilen waren Status-Symbol. Heute dagegen steht Fliegen für klimaschädliches Verhalten schlechthin. Was muss sich jetzt ändern?

Moderation: Manfred Götzke | 04.05.2019

Eine Boeing 747-83Q(F) der AirBridge Cargo mit der Kennung VQ-BFE am Frankfurter Flughafen im lichtblauen Himmel.
Flugzeuge gelten als Klimakiller - was folgt daraus für unser Verhalten? (imago / Ulrich Roth)
Müssen wir also aufhören zu fliegen? Oder zumindest Fliegen massiv verteuern?
Harald Welzer, Sozialpsychologe, Direktor der Stiftung "Futurzwei" und Professor für Transformationsdesign an der Universität Flensburg
"Auch wenn wir sagen, wir müssen aufhören zu fliegen, würde es wenig nützen. Wir brauchen einen Kulturwandel, den wir zurzeit aber kaum sehen. Wenn wir Lebensstile und gesellschaftliche Parameter haben, die so eingestellt sind, dass es Menschen für lebensförderlich halten, all das zu machen, was ihnen Werbung und Tourismusindustrie suggerieren, dann muss sich genau das ändern. Wir müssen unseren kompletten Lebensstil überdenken – und brauchen einen kulturellen Wandel."
Der Soziologe und Sozialpsychologe Harald Welzer, aufgenommen am 22.9.2016 in der Bundespressekonferenz in Berlin
Der Soziologe und Sozialpsychologe Harald Welzer (imago / Metodi Popow)
Ulf Poschardt, Autor und Chefredakteur der Welt-Gruppe
"Grundsätzliche Verbote sind nicht hilfreich. Die 'Fridays for Future'-Bewegung hat eine wichtige Frage aufgeworfen: Wie können wir das Klima retten, ohne in eine Verbotsdiktatur zu kommen? Wir müssen uns die existentielle Frage stellen, warum die Menschen so ein Bedürfnis nach Mobilität haben."
Der Journalist Ulf Poschardt
Der Journalist Ulf Poschardt (imago / epd)