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Heimspiel – Die Deutschlandradio Orchester und ChöreRuzicka und Enescu

Wann ist eine Komposition abgeschlossen? Liegt im Fragmentarischen ein besonderer Reiz? Ist es anmaßend, unvollendet Gebliebenes heute fortzuführen? Diese Fragen werden in Peter Ruzickas Konzert mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin zur unmittelbaren Hörerfahrung.

Am Mikrofon: Uwe Friedrich | 17.10.2018

Peter Ruzicka
Engagiert sich für Musik von Georges Enescu: der Komponist und Dirigent Peter Ruzicka (Anne Kirchbach)
Peter Ruzicka
Elegie
George Enescu
Nuages d’automne sur les forêts
George Enescu
Sinfonie Nr. 4 e-Moll (1. Satz Allegro appassionato)
Rundfunk Sinfonieorchester Berlin
Leitung: Peter Ruzicka
Mitschnitt vom 28.9.2018 im Konzerthaus Berlin
Fragmente reizen den Komponisten und Dirigenten Peter Ruzicka von jeher zur kompositorischen Auseinandersetzung mit unvollendeten Werken seiner Kollegen. Ausgangspunkt seiner "Elegie – Erinnerung für Orchester" etwa sind die letzten von Richard Wagner komponierten Takte, auf deren Spur Ruzicka in die Welt der "Tristan"-Klänge eintaucht. Geschichtsbewusst und mit Blick nach vorn, verwendet der Zeitgenosse hier Material eines kritisch verehrten Vorgängers.
Nicht zu Ende Geführtes ist bei Tonsetzern normal, und so kann Peter Ruzickas Interesse an Georges Enescus "Herbstwolken über den Wäldern" kaum überraschen – das Werk bricht nach nur 43 Partiturseiten unvermittelt ab. Auch seine vierte Symphonie beendete Enescu nicht, sie wurde von Pascal Bentiou vollendet.
Diese Sendung finden Sie nach Ausstrahlung 30 Tage lang in unserer Mediathek.