Nach Krawallen bei Eritrea-Festival in Gießen
Hessischer Innenminister Beuth fordert Einbestellung des eritreischen Botschafters

Nach Ausschreitungen beim Eritrea-Festival in Gießen hat der hessische Innenminister Beuth die Bundesregierung aufgefordert, den Botschafter des ostafrikanischen Landes einzubestellen.

08.07.2023
    Polizisten haben beim Eritrea-Festival in Gießen eine Gruppe von Menschen umringt.
    Beim Eritrea-Festival in Gießen gab es Zusammenstöße zwischen der Polizei und Gegnern des Festivals. (picture alliance / dpa / Helmut Fricke)
    Der eritreischen Regierung müsse deutlich gemacht werden, dass ihre Konflikte nicht auf deutschem Boden ausgetragen werden dürften, sagte der CDU-Politiker. Wie das Polizeipräsidium Mittelhessen am Abend mitteilte, wurden 26 Polizisten bei Krawallen rund um das Festival verletzt. Gegner der Veranstaltung hätten die Beamten mit Steinen und Flaschen beworfen und es seien Rauchbomben gezündet worden. Insgesamt wurden 100 Ermittlungsverfahren unter anderem wegen Körperverletzung und schweren Landfriedensbruchs eingeleitet. Die Einsatzkräfte nahmen zahlreiche Demonstranten in Gewahrsam. Einige von ihnen waren nach Polizei-Angaben aus dem europäischen Ausland angereist.
    Das Eritrea-Festival findet seit 2011 regelmäßig in Gießen statt. Die Veranstalter stehen der diktatorischen Regierung in Eritrea nahe. Kritiker sehen darin eine Propagandaveranstaltung des Regimes.
    Diese Nachricht wurde am 08.07.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.