Die Kirche von Tschinku ist gut besucht. Viele, vor allem Rumäniendeutsche haben sich zum Wohltätigkeitskonzert eingefunden. Die österreichische Diplomatin Barbara Schöpfnagel hält Ausschau nach einem freien Platz. Die Benefizveranstaltung ist dem Bistritzer Glockenturm gewidmet, den drei Roma-Jungen abgebrannt haben. Nachrichten wie diese enttäuschen die engagierte Frau, die als Attaché der Österreichischen Botschaft in Bukarest für soziale Fragen zuständig ist., müht sie sich doch seit Jahren, genau seit 1990, mit ihrem Projekt in Probstdorf, gegen die herrschenden Vorurteile anzukämpfen.
"Unser Armutsbekämpfungsprojekt soll beweisen, dass wir hier die Menschen entwickeln können, dass auch Roma bereit sind, sich weiter entwickeln zu lassen. Das Projekt nennt sich HAS-Projekt. H für Historische Gebäude retten, das A für Ausbildung fördern und das S für Sozial agieren. Auf einen kurzen Nenner gebracht bedeutet das, dass wir in den Dörfern, in denen wir agieren wollen, Sozialeinrichtungen und Gemeinschaftseinrichtungen sanieren und im Zuge dieser Sanierung Leute ausbilden. Wir nennen das Berufsvorbereitung, damit sie einmal beweisen können, dass sie arbeitsfähig sind."
Auf der überdachten Terrasse des ehemaligen Pfarrhauses treffen Seniorexperten aus Deutschland und Österreich zusammen, die das Projekt unterstützen. Von dort liegt ihnen
Probstdorf, das auf Rumänisch Stejarisu heißt, mit seiner Kirche und dem separaten Glocken- beziehungsweise Speckturm zu Füßen. Für Udo Müller, Zimmermann aus dem baden-württembergischen Mühlheim ist es der dritte Einsatz in Rumänien, davon der zweite in Probstdorf, dessen Bewohner er inzwischen kennt und schätzt.
"Ich habe jetzt eine gute Truppe. Wir haben im Dezember letztes Jahr den Dachboden, ein Zimmer ausgebaut."
Rund 200 Familien leben in der 800-Seelen-Gemeinde, 85 Prozent sind Zigeuner, wie sich die Roma hier voller Stolz selbst nennen, sechs Familien sind deutschstämmige Siebenbürger-Sachsen, zwölf Prozent Rumänen. Bevor der Ausbau der Schule begann, durften sich arbeitsinteressierte Männer, ganz gleich welcher Nationalität, aussuchen, in welchem Beruf sie sich ausbilden lassen wollen. Inzwischen haben rund 50 Grundkenntnisse als Elektriker, Zimmermann, Installateur oder Maurer erhalten. 30 Frauen haben sich auf die zehn Ausbildungsplätze zur Blumenbinderin beworben. Helmut Meierhofer hatte vor seiner Pensionierung einen eigenen Dachdecker-Betrieb in Salzburg. Nun hat er sich mit seinen Männern das Kirchendach im rumänischen Stejarisu vorgenommen, der Speckturm wird im kommenden Jahr saniert.
"Wenn da 20 Leute rausgehen, die jetzt arbeiten können, dann lohnt sich das, das hat eine Vorbildwirkung. Das funktioniert, weil die, die nichts tun, sehen, dass die anderen was leisten, was man hinterher anschauen kann."
Wolfgang Hosiner aus Aschach an der Donau engagiert sich sogar noch länger für die Roma in Rumänien als die Projektgründerin Barbara Schöfnagel. Der Gärtner und Bauingenieur erinnert sich an einen einfachen Kniff, mit dem die Seniorexperten aus Deutschland und Österreich vor Jahren das Interesse von Eltern und Kindern an der Schule wecken konnten.
"Jedes Kind bekommt zu Ostern - und zu Weihnachten irgendeine Kleinigkeit. Es ist für uns unvorstellbar, aber die Kleinigkeit hat genügt, dass die Eltern gesagt haben, mein Kind muss das auch bekommen. Jetzt haben wir 100 Prozent Schulbesuch. Das Wesentliche, warum die Zigeuner so sind, dass wir sie schimpfen Zigeuner. Für sie selbst ist das kein schlimmes Wort. Im Gegenteil. Sie sind stolze Zigeuner. Das ist ja die mangelnde Bildung in den meisten Fällen."
"Unser Armutsbekämpfungsprojekt soll beweisen, dass wir hier die Menschen entwickeln können, dass auch Roma bereit sind, sich weiter entwickeln zu lassen. Das Projekt nennt sich HAS-Projekt. H für Historische Gebäude retten, das A für Ausbildung fördern und das S für Sozial agieren. Auf einen kurzen Nenner gebracht bedeutet das, dass wir in den Dörfern, in denen wir agieren wollen, Sozialeinrichtungen und Gemeinschaftseinrichtungen sanieren und im Zuge dieser Sanierung Leute ausbilden. Wir nennen das Berufsvorbereitung, damit sie einmal beweisen können, dass sie arbeitsfähig sind."
Auf der überdachten Terrasse des ehemaligen Pfarrhauses treffen Seniorexperten aus Deutschland und Österreich zusammen, die das Projekt unterstützen. Von dort liegt ihnen
Probstdorf, das auf Rumänisch Stejarisu heißt, mit seiner Kirche und dem separaten Glocken- beziehungsweise Speckturm zu Füßen. Für Udo Müller, Zimmermann aus dem baden-württembergischen Mühlheim ist es der dritte Einsatz in Rumänien, davon der zweite in Probstdorf, dessen Bewohner er inzwischen kennt und schätzt.
"Ich habe jetzt eine gute Truppe. Wir haben im Dezember letztes Jahr den Dachboden, ein Zimmer ausgebaut."
Rund 200 Familien leben in der 800-Seelen-Gemeinde, 85 Prozent sind Zigeuner, wie sich die Roma hier voller Stolz selbst nennen, sechs Familien sind deutschstämmige Siebenbürger-Sachsen, zwölf Prozent Rumänen. Bevor der Ausbau der Schule begann, durften sich arbeitsinteressierte Männer, ganz gleich welcher Nationalität, aussuchen, in welchem Beruf sie sich ausbilden lassen wollen. Inzwischen haben rund 50 Grundkenntnisse als Elektriker, Zimmermann, Installateur oder Maurer erhalten. 30 Frauen haben sich auf die zehn Ausbildungsplätze zur Blumenbinderin beworben. Helmut Meierhofer hatte vor seiner Pensionierung einen eigenen Dachdecker-Betrieb in Salzburg. Nun hat er sich mit seinen Männern das Kirchendach im rumänischen Stejarisu vorgenommen, der Speckturm wird im kommenden Jahr saniert.
"Wenn da 20 Leute rausgehen, die jetzt arbeiten können, dann lohnt sich das, das hat eine Vorbildwirkung. Das funktioniert, weil die, die nichts tun, sehen, dass die anderen was leisten, was man hinterher anschauen kann."
Wolfgang Hosiner aus Aschach an der Donau engagiert sich sogar noch länger für die Roma in Rumänien als die Projektgründerin Barbara Schöfnagel. Der Gärtner und Bauingenieur erinnert sich an einen einfachen Kniff, mit dem die Seniorexperten aus Deutschland und Österreich vor Jahren das Interesse von Eltern und Kindern an der Schule wecken konnten.
"Jedes Kind bekommt zu Ostern - und zu Weihnachten irgendeine Kleinigkeit. Es ist für uns unvorstellbar, aber die Kleinigkeit hat genügt, dass die Eltern gesagt haben, mein Kind muss das auch bekommen. Jetzt haben wir 100 Prozent Schulbesuch. Das Wesentliche, warum die Zigeuner so sind, dass wir sie schimpfen Zigeuner. Für sie selbst ist das kein schlimmes Wort. Im Gegenteil. Sie sind stolze Zigeuner. Das ist ja die mangelnde Bildung in den meisten Fällen."