Asien
Historischer Wahlsieg in Japan für LDP von Regierungschefin Takaichi - China reagiert verhalten

China hat verhalten auf den historischen Wahlsieg der japanischen Regierungspartei LDP reagiert. Durch diese eine Wahl werde sich die Politik gegenüber Japan nicht verändern, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Peking.

    Japans Ministerpräsidentin Takaichi steht hinter einem Rednerpult.
    Die Regierungspartei von Ministerpräsidentin Takaichi hat den größten Wahlsieg ihrer Geschichte errungen. (AP / Franck Robichon)
    Japans rechtsgerichtete Ministerpräsidentin Takaichi, die seit Oktober regiert, hatte kurz nach ihrem Amtsantritt den diplomatischen Ton zwischen beiden Ländern verschärft. Damals wollte sie eine militärische Reaktion nicht ausschließen, falls China das demokratisch regierte Taiwan angreifen würde. Peking reagierte mit scharfer Kritik und Sanktionen. Mit ihrer Zweidrittel-Mehrheit im Unterhaus könnte Takaichi unter anderem den Pazifismus-Artikel in der japanischen Verfassung ändern. Sie will Japans Militär aufrüsten, um in Asien ein Gegengewicht zum Machtstreben Chinas zu schaffen. Der Leiter des Büros der Friedrich Ebert Stiftung in Tokio, Saaler, sprach von einem riskanten Kurs der Ministerpräsidentin. Japan sei militärisch unterlegen und wirtschaftlich abhängig von Peking, sagte Saaler im Deutschlandfunk.
    Für die Regierungspartei von Ministerpräsidentin Takaichi war es der größte Wahlsieg ihrer Geschichte. Bei der vorgezogenen Parlamentswahl erreichte die LDP eine Zweidrittel-Mehrheit der Mandate im Unterhaus. Takaichi gehört dem konservativen Flügel ihrer Partei an. Der japanische Aktienmarkt reagierte positiv auf ihren Wahlerfolg. Der Leitindex Nikkei legte zum Handelsstart um über vier Prozent zu. US-Präsident Trump gratulierte Takaichi zu ihrem Sieg. Er wünsche ihr und ihrer Koalition "großen Erfolg beim Vorantreiben Ihrer konservativen Agenda des Friedens durch Stärke".

    Erste Regierungschefin Japans

    Takaichi war im vergangenen Oktober als erste Frau an die Spitze einer japanischen Regierung gewählt worden. Die seit 1955 fast ununterbrochen regierende LDP hatte wegen Skandalen bei den Wahlen vor gut einem Jahr die Mehrheit verloren. Gestützt vom Koalitionspartner regierte sie zuletzt nur mit hauchdünner Mehrheit. Mit der vorgezogenen Neuwahl wollte Takaichi die Macht der LDP ausbauen.
    Die Politikerin steht für eine expansive Fiskalpolitik, also eine massive Erhöhung der Staatsausgaben. Sie schlug Steuersenkungen und mehr Geld für Verteidigung vor. Da Japan bereits jetzt mit einer Verschuldung von 230 Prozent des Bruttoinlandsprodukts das am höchsten verschuldete Industrieland ist, sorgten die Pläne für Unruhe auf den Finanzmärkten.

    Oppositionsbündnis erleidet schwere Verluste 

    Mit der kurzfristig einberufenen Neuwahl hatte Takaichi die Opposition überrascht. Die stärkste Oppositionskraft, die Konstitutionelle Demokratische Partei, und der langjährige LDP-Partner Komeito schlossen sich zur Zentristischen Reformallianz zusammen. Die neue Partei versteht sich als liberale Alternative zur rechten Takaichi. Das Kalkül der Regierungschefin ging jedoch auf: Das neue Oppositionsbündnis erlitt schwere Verluste.
    Diese Nachricht wurde am 09.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.