Archiv


Hundstage

Die nächsten Wochen sind normalerweise die heißesten und schwülsten des Jahres. Klimaschwankungen auf der Erde haben allerdings so manches durcheinander gebracht. Bleibt also abzuwarten, was der Sommer so bringt.

Von Damond Bennigfield |
    Als "Hundstage" bezeichnet man gerne die heißesten Tage des Jahres. Der Name stammt von Sirius im Großen Hund, dem hellsten Stern des gesamten Nachthimmels. Zu dieser Jahreszeit steht die Sonne Sirius am nächsten. Deshalb glaubten Himmelsbeobachter der Antike, dass die Sonne gemeinsam mit Sirius für die heißesten Tage des Jahres sorgt. Sirius ist tatsächlich heißer als die Sonne - aber er ist mehr als eine halbe Million mal weiter von uns entfernt. Auf die Temperaturen unseres Planeten hat er keinen Einfluss.

    Weil Sirius so hell ist und weil er sich in dieser Jahreszeit schon sehr früh am Morgenhimmel zeigte, spielte der Stern eine wichtige Rolle im täglichen Leben der alten Ägypter. Sein Erscheinen markierte den Beginn eines neuen Jahres. Er kündigte die jährlichen Überflutungen des Nils an, die für die Fruchtbarkeit der Region sorgten.

    Sah man Sirius hell und klar bei seinem ersten Erscheinen am Morgenhimmel, erwarteten die Ägypter gute Ernten. Wirkte der Stern jedoch rötlich und verschwommen, glaubten sie an schlechte Ernten.

    Vor 3000 Jahren tauchte Sirius zu Beginn des Monats Juli am Morgenhimmel auf. Heute geschieht dies einige Wochen später. Der Grund: die Erdachse schwankt. Diese Schwankungen verursachen eine Verschiebung der Auf- und Untergangszeiten von Sternen und Sternbildern. So können wir die späten Juli- und frühen Augusttage als Hundstage bezeichnen.