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In der Provinz entdeckt

Patrik Sinkewitz ist positiv auf Wachstumshormon (HGH) getestet worden. Er lässt die B-Probe öffnen und will durch alle Instanzen klagen. Er sagt, er sei unschuldig. Sinkewitz wäre Wiederholungstäter, 2007 war er positiv mit Testosteron. Danach erlangte Berühmtheit als Doping-Kronzeuge, seine handfesten Aussagen belasteten den deutschen wie den Welt-Radsportverband und führten zur Überprüfung der Freiburger Uni-Sportmedizin.

Von Thomas Kistner | 21.03.2011

Es fällt auf, dass jetzt ausgerechnet Sinkewitz als erstem Radprofi weltweit eine Substanz nachgewiesen wird, die seit Jahrzehnten unentdeckt in Gebrauch ist, weil sie über eine extrem kurze Nachweiszeit verfügt. Nach Aktenlage dürfte es tausende HGH-Doper im Weltsport geben. Erstmals erwischt aber wurde jetzt ein Verbands-Querulant - bei einem Provinzrennen in Lugano.
Sinkewitz räumt allerdings ein, dass er bereits Erfahrung mit HGH hat. 2003 habe er es der Vuelta in Spanien probiert. Aus BKA-Vernehmungen geht hervor, dass er 2007 auch den Gebrauch des insulin-ähnlichen Wachstumsfaktor IGF-1 gestand. HGH kann nur gespritzt werden; der Fall dürfte also rasch geklärt werden.