Mittwoch, 05.08.2020
 
Seit 05:05 Uhr Informationen am Morgen
StartseiteCorsoEl Hotzo ist twittersüchtig08.07.2020

Internet-ComedyEl Hotzo ist twittersüchtig

Sebastian Hotz veröffentlicht unter dem Namen El Hotzo bei Twitter satirische Tweets, die von einer großen Followerschaft gefeiert werden. Seine Witze strotzen vor Zynismus und politischer Kritik. "Das ist der einzige Weg, im Jahr 2020 Comedy zu machen", sagte der Satiriker im Dlf.

Sebastian Hotz im Corsogespräch mit Mike Herbstreuth

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
(Noel Richter)
Sebastian Hotz schreibt als El Hotzo humoristische Tweets (Noel Richter)
Mehr zum Thema

Comedienne Sarah Cooper Mit Trump-Parodie zum Superstar

Das norwegische Comedy-Duo Ylvis Innovativ bis albern

Katrin Bauerfeind Humorfeminismus in Serie

Neues Album von Serdar Somuncu „Alle ein bisschen weicher werden“

Comedian und Rollstuhlfahrer Tan Caglar "Humor ist eine schöne Sprache"

"Das Geheimnis ist, absolut süchtig nach der Anerkennung Fremder im Internet zu sein", sagte der Satiriker Sebastian Hotz im Corsogespräch als Antwort auf die Frage, wie er es denn hinkriege, täglich zehn bis 20 Witze rauszuhauen. Als besonders anstrengend oder als Arbeit empfindet Hotz seine Tätigkeit allerdings nicht. "Wenn man sehr viele Gags macht, ist automatisch ein guter dabei."

Grundlegende Lebensfreude

Alltagsbeobachtungen spielen bei Sebastian Hotz eine große Rolle, in denen der Satiriker meistens scharfzüngig Situationen kommentiert, die viele Menschen kennen. "Das klingt immer alles sehr zynisch, und das ist es auch, aber es ist nicht alles so schlecht, wie ich es darstelle. Und es ist sehr wichtig, dass man sich eine grundlegende Lebensfreude unter der dicken Schicht des Zynismus noch erhält."

Gesellschafts- und Politik-Kritik sind Hotz sehr wichtig: "Wir leben in politisch und pandemisch sehr bewegten Zeiten, und wenn man keine politische Haltung hat, dann fällt das einem auf die Füße, weil 2020 muss man Haltung beziehen", sagte er im Interview.

Keine Vorbilder in der Comedy-Szene

In der deutschen und internationalen Comedy-Szene hat Hotz keine Vorbilder. "Man schaut immer gerne so in die USA, bewundert deren Stand-up-Kultur, die sich dann innerhalb kürzester Zeit selbst demontiert, weil die Akteure meistens schreckliche Männer sind. Also keine Vorbilder, einfach nur Egomanie."

Finanziell lohne sich seine Twitter-Comedy allerdings nicht. "Das ist schon verschwendete Zeit", sagte Hotz. "Andererseits sind diese ganzen Social Media-Plattformen, die ich mir herangezüchtet habe, natürlich eine Art Portfolio, das ich angeben kann, sollte ich mich für Jobs in dieser Branche interessieren."

"Internet-Hypes gehen schnell vorbei"

Es sei ein Traum, mit lustigen Gedankenfetzen dauerhaft Geld zu verdienen, andererseits müsse man begreifen, dass Internet-Comedy anders funktioniert als Comedy im Fernsehen, meinte Hotz. "Auch wenn das gerade sehr gut läuft, muss ich mich als das sehen, was ich bin – ein Internet-Hype. Und Internet-Hypes gehen schnell vorbei."

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk