Donnerstag, 19. Mai 2022

Radiokonzert des Parker Quartets
Intime Dialoge

Statt im Deutschlandfunk in Köln zu spielen, sandte das US-amerikanische Parker Quartet pandemiebedingt ein Konzert über den Atlantik. Das Programm steht ganz im Zeichen der beschränkten Kontakte: es beleuchtet musikalisch intime Erfahrungen von Zweisamkeit.

Norbert Hornig | 03.04.2022

Drei Männer und eine Frau halten ihre Streichinstrumente vor sich in der Hand und stehen in einem steinernen Rundgang mit großen Fenstern in Holzrahmen und tragen Konzertkleidung.
Das Parker Quartet von links nach rechts: Kee-Hyun Kim, Ken Hamao, Jessica Bodner und Daniel Chong. (Luke Ratray)
Das letzte Raderbergkonzert der Saison 2021/22 fand ausnahmsweise nicht im Deutschlandfunk Kammermusiksaal in Köln statt. Aufgrund der Reisebeschränkungen zeichnete das Parker Quartet ein Programm in der Paine Hall der Harvard University für das Radio-Publikum auf.

Liebe, Leid und Lebenslust

Es beginnt mit der Kunstfertigkeit Bachs und überlässt sich am Ende in Schumanns A-Dur-Quartett, in dessen Schwanken zwischen Lebenslust und Melancholie. Dazwischen gibt das Streichquartett "Intime Briefe" von Leoš Janáček preis, seine Liebeserklärung an die 38 Jahre jüngere Kamila Stöslová.
Ein Fragmentsatz Mozarts spiegelt sich im zeitgenössischen Blick des US-amerikanischen Jazzpianisten und Komponisten Vijay Iyer. Und dessen Kollege Billy Childs schildert ein Wechselbad der Gefühle, indem er fünf Phasen der unerwiderten Liebe kammermusikalisch durchleuchtet.
Johann Sebastian Bach
Nr. 14: Canon per Augmentationem in Contrario Motu
aus: "Die Kunst der Fuge", BWV 1080 für Streichquartett
Leoš Janáček
Quartett für 2 Violinen, Viola und Violoncello Nr. 2 "Intime Briefe"
Billy Childs
Streichquartett Nr. 3 "Unrequited"
Wolfgang Amadeus Mozart
Quartettsatz für 2 Violinen, Viola und Violoncello e-Moll, KV 417d [Fragment]
Vijay Iyer
"Mozart Effects"
Robert Schumann
Quartett für 2 Violinen, Viola und Violoncello A-Dur, op. 41 Nr. 3
Parker Quartet:
Daniel Chong, Violine
Ken Hamao, Violine
Jessica Bodner, Viola
Kee-Hyun Kim, Violoncello
Aufnahme vom 17.3.2022 aus der Paine Hall der Harvard University, Cambridge