Sonntag, 25. Februar 2024

Adel
Italiens letzter Kronprinz Viktor Emanuel beerdigt

In Turin ist der letzte Kronprinz Italiens, Viktor Emanuel von Savoyen, bestattet worden. Der Sohn des letzten Königs des Landes war am Samstag vergangener Woche im Alter von 86 Jahren in der Schweiz gestorben. Turin ist der Stammsitz des Hauses Savoyen.

11.02.2024
    Victor Emanuel von Syvoyen im Jahr 2006. Er sitzt in einem goldenen Stuhl neben einer Säule.
    Viktor Emanuel von Syvoyen im Jahr 2006. (picture-alliance / dpa / Abaca 97069)
    Die Savoyen-Dynastie herrschte von 1861 bis 1946 über das Königreich Italien. Viktors Vater, Umberto II., saß nur 40 Tage auf dem Thron. Er dankte im Juni 1946 ab, nachdem sich das italienische Volk in einer Abstimmung für die Abschaffung der Monarchie und die Ausrufung einer Republik ausgesprochen hatte.
    Viktor Emanuel von Savoyen, der sich selbst als "Prinz von Neapel" titulierte, verließ Italien im Alter von neun Jahren. Zusammen mit allen anderen männlichen Nachkommen der Dynastie wurde er 1946 durch die italienische Verfassung aus Italien verbannt. Grund dafür war die Zusammenarbeit seines Großvaters Viktor Emanuel III. mit dem Faschisten Mussolini. Er soll in den 1920er Jahren Mussolini den Weg zur Macht geebnet haben. Im Jahr 1938 unterschrieb der König die antisemitischen Rassengesetze.

    Rückkehr nach Italien

    Im Jahr 2002 durfte sein Enkel Viktor Emanuel von Savoyen schließlich aus dem Schweizer Exil nach Italien zurückkehren. Das allerdings erst, als er seine langjährige Weigerung aufgab, der Republik die Treue zu schwören. Zuvor hatte das italienische Parlament für die Aufhebung seines Exils gestimmt.
    Viktor Emanuels Leben war auch durch Skandale geprägt. 1978 kam es im Jachthafen einer Insel vor Korsika zu einem Streit. Viktor Emanuel wurde beschuldigt, auf einen deutschen Touristen geschossen zu haben. Verurteilt wurde er dann wegen des missbräuchlichen Tragens einer Schusswaffe. Ein anderes Mal wurde gegen den ehemaligen Kronprinzen wegen Ausbeutung von Prostituierten und Korruption ermittelt. Zuletzt verklagte er den italienischen Staat, um die Rückgabe der Juwelen des Hauses zu erwirken.
    An seinem Begräbnis nahmen rund 200 Menschen teil, darunter Vertreter zahlreicher europäischer Adelshäuser.