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Jazz LiveKenny Garrett Quintet

Kenny Garrett ist seit den 80er-Jahren einer der einflussreichsten Altsaxofonisten. Kaum ein Ton wurde so häufig imitiert wie der bissige, raue Ton jenes Mannes, der einst als Mitglied der Band von Miles Davis weltbekannt wurde. In letzter Zeit faszinieren ihn zunehmend asiatische Kulturen und Sprachen; er selbst spricht inzwischen fließend Japanisch, auch sein Koreanisch und Mandarin können sich mittlerweile hören lassen.

Von Karsten Mützelfeldt | 17.06.2014

Ein Saxofonspieler
Kaum ein Ton wurde so häufig imitiert wie der bissige, raue Ton des Saxofonistens Kenny Garrett. (picture-alliance/ dpa / Klaus-Dietmar Gabbert)
Dennoch bleiben die schwarze Musikkultur und ihr spirituelles Erbe Ausgangspunkt und Bezugsrahmen des Afroamerikaners. Er sieht sich als Seelenverwandter des Tenorsaxofonisten John Coltrane, dessen Sprache, Emphase und hymnische Kraft – kurz: Dessen Spiritualität er auf das Altsaxofon zu übertragen versucht.
Im österreichischen Gmunden gastierte Kenny Garrett mit seinem aktuellen, mit jungen, hochtalentierten Musikern besetzten Quintett und präsentierte Musik seiner CD "Seeds from the Underground". Wie immer bei seinen Konzerten begann er mit Vollgas und in höchstem Tempo – und hielt diese Gangart ungewöhnlich lange: hochenergetisches Powerplay, wie man es im heutigen Neobop nur selten hört.
Kenny Garrett, Altsaxofon
Vernell Brown, Piano
Corcoran Holt, Bass
McClenty Hunter, Schlagzeug
Rudy Bird, Perkussion
Aufnahme vom 25.07.2013 aus dem Stadttheater in Gmunden (Österreich)