Angriffe durch Russland
Juli war tödlichster Monat für Zivilisten in Ukraine seit Jahren

Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sind nach Angaben von Beobachtern der Vereinten Nationen im Juli so viele Zivilisten ums Leben gekommen wie seit Jahren nicht mehr in einem Monat. Es seien mindestens 437 Menschen in der Ukraine getötet und 2.610 weitere Zivilisten verletzt worden, gab die UNO-Menschenrechtsbeobachtermission bekannt.

    Ein verletzter Mann wird von Sanitätern in einen Krankenwagen getragen.
    Im Juli sind mindestens 437 Menschen getötet und über 2.600 durch russische Angriffe verletzt worden (Archivbild) (AFP / HANDOUT)
    Das sei im Vergleich zum Juni ein Anstieg um 30 Prozent, im Vergleich zum Juli vor einem Jahr sogar eine Erhöhung um 70 Prozent. Grund sei die Eskalation der Gewalt durch die massiven russischen Angriffe mit ballistischen Raketen und Marschflugkörpern. Die Ukraine beklagt seit Monaten, sich vor den intensivierten russischen Angriffen mit ballistischen Raketen nicht ausreichend schützen zu können, weil es an Raketen für das Abwehrsystem Patriot fehle.

    Auch in Russland mehr tote Zivilisten

    Laut den UNO-Beobachtern nahm auch auf russischer Seite die Zahl der getöteten Zivilisten zu. Russische Behörden hätten 79 Tote und mehr als 600 Verletzte gemeldet. Die Zahlen seien allerdings schwer überprüfbar.

    Ukraine will Zahl der russischen Raketen nicht mehr nennen

    Die Ukraine will künftig keine detaillierten Angaben mehr zu russischen Raketenangriffen machen. Ein Luftwaffensprecher teilte mit, in den täglichen Berichten würden keine exakten Zahlen zu von Russland abgefeuerten und durch die ukrainischen Streitkräfte abgefangenen Raketen mehr genannt. Gleichwohl werde die Bevölkerung weiterhin in Echtzeit vor Angriffen gewarnt und Luftalarm ausgelöst.
    Derweil meldete die Hafenstadt Sewastopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim einen Stromausfall, der durch einen ukrainischen Drohnenangriff ausgelöst worden sei.
    Diese Nachricht wurde am 14.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.