
Die Festivalleitung hatte die Absage mit einem Terminkonflikt begründet. Branchenbeobachter vermuteten jedoch, die Entscheidung könnte mit den zuletzt politisch aufgeladenen Pressekonferenzen auf internationalen Filmfestivals zusammenhängen.
Eine Jury-Pressekonferenz zum Auftakt gehört bei großen Festivals wie in Venedig, Cannes oder Berlin zum Standardprogramm. Bei der Berlinale im Februar war dabei eine Diskussion über den Gaza-Krieg losgebrochen. Jury-Präsident Wim Wenders hatte dort auf eine Frage bezüglich des Krieges gesagt, Filmschaffende müssten sich aus der Politik heraushalten, sie seien ein Gegengewicht zur Politik. Darauf folgten Debatten, die sich über das ganze Festival erstreckten. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy sagte ihre Teilnahme ab. Zahlreiche Filmschaffende warfen der Berlinale-Leitung vor, sich nicht ausreichend zu positionieren.
Film "Naza" über den Gazakrieg im Wettbewerbsprogramm von Venedig
Auch beim Filmfest Venedig war das im vergangenen Jahr bereits Thema gewesen, vor allem wegen des Films "The Voice of Hind Rajab" über ein getötetes palästinensisches Mädchen. Die Regisseurin Kaouther Ben Hania gewann damit den zweitwichtigsten Preis des Festivals, dieses Jahr sitzt sie in der Wettbewerbsjury. Jury-Präsidentin ist diesmal die US-Schauspielerin und Regisseurin Maggie Gyllenhaal. Auch dieses Jahr läuft ein Film über den Gaza-Krieg im Wettbewerb: Die Doku "Naza" von Yuval Abraham und Rachel Szor. Die beiden Filmemacher gehörten zum Regieteam des oscarprämierten Dokumentarfilms "
No Other Land
".
Die Internationalen Filmfestspiele von Venedig finden in diesem Jahr vom 2. bis zum 12. September statt.
Diese Nachricht wurde am 01.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
