Bayern
Justizminister Eisenreich: JVA-Leiterin freigestellt - Staatsanwaltschaft ermittelt gegen zehn Personen

Bayerns Justizminister Eisenreich hat Konsequenzen aus den Misshandlungsvorwürfen in der Justizvollzugsanstalt Augsburg-Gablingen angekündigt.

    Ein Justizangehöriger geht mit zwei Hunden vor der Justizvollzugsanstalt Augsburg-Gablingen.
    Gegen Mitarbeiter der JVA Gablingen gibt es schwere Vorwürfe. (Archivbild) (Stefan Puchner / dpa / Stefan Puchner)
    Der CSU-Politiker sagte in München, die Anstaltsleiterin sei vom Dienst freigestellt worden. Eine Task Force des Ministeriums werde die Aufarbeitung übernehmen. Zudem komme die Berichtspflicht auf den Prüfstand. Künftig müssten besondere Beschwerden dem Minister vorgelegt werden.

    "Unhaltbare Zustände" in JVA

    Eisenreich räumte auch Fehler seines Hauses im Umgang mit Misshandlungsvorwürfen ein. Konkret sagte er, die zuständige Abteilung habe die E-Mail einer Anstaltsärztin sehr ernst genommen und sofort die Staatsanwaltschaft informiert. Das sei gut und richtig gewesen. Die Dimension der Vorwürfe sei aber möglicherweise unterschätzt worden, was man daran sehe, dass die Abteilung ihn nicht informiert habe.
    Gestern hatte der Bayerische Rundfunk über die Mail der Ärztin aus dem vergangenen Herbst berichtet, in der diese unhaltbare Zustände in der JVA beklagte. In Gablingen sollen Gefangene geschlagen und in sogenannten besonders gesicherten Hafträumen teils nackt eingesperrt worden sein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach eigenen Angaben gegen zehn Verdächtige.
    Diese Nachricht wurde am 31.10.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.