Dienstag, 23. April 2024

Vatikan
Katholische Weltsynode ist mit Gottesdienst zu Ende gegangen

Mit einem Gottesdienst im Petersdom ist die Weltsynode der katholischen Kirche beendet worden. 365 Bischöfe und katholischen Laien - darunter erstmals auch Frauen - hatten vier Wochen lang über Grundlagen für kirchliche Reformen beraten.

30.10.2023
    Blick auf den Petersdom in Rom
    Blick auf den Petersdom in Rom (picture alliance / Pacific Press)
    Zum ersten mal durften Laien in gleicher Weise abstimmen wie Bischöfe und Kardinäle. Auch Papst Franziskus nahm an den Beratungen teil. Eine Abschlusserklärung blieb in strittigen Punkten vage. Zur Frage, ob Frauen zum Diakonat zugelassen werden sollten, hieß es, dazu seien unterschiedliche Positionen geäußert worden. Die Stellung von Frauen in der Katholischen Kirche war ein zentrales Thema der Weltsynode. "Es besteht ein dringender Bedarf, dass Frauen an Entscheidungsprozessen teilnehmen und verantwortungsvolle Aufgaben in der Seelsorge und im Dienst übernehmen", heißt es in der Abschlusserklärung. Die Weltsynode empfahl, weiter zu prüfen, ob Frauen Diakoninnen werden sollen. Damit könnten sie Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen abhalten - nicht jedoch Gottesdienste.

    Tausend Änderungen und weitere Beratungen

    Auch die Formulierungen zum Thema Homosexualität blieben unkonkret. Was die Missbrauchsskandale in der Kirche betrifft, betonte die Synode die Bedeutung von Transparenz und die Einhaltung von Maßnahmen zum Schutz von Minderjährigen und schutzbedürftigen Personen. In der Nacht vor der Verabschiedung waren mehr als tausend Änderungsvorschläge in das Papier eingearbeitet worden. Der Organisator, Kardinal Grech, betonte, dass alle Paragrafen mit der notwendigen Zwei-Drittel-Mehrheit angenommen wurden. Auf der Grundlage des Textes sind weitere Beratungen vorgesehen, die im kommenden Jahr abgeschlossen werden sollen.

    Bischof Bätzing fordert mehr Mut von der Kirche

    Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bätzing, zog eine gemischte Bilanz der Weltsynode. Einerseits sei die Synode ehrlich gewesen und habe alle drängenden Fragen angesprochen, sagte Bätzing in Rom. Andererseits fehle es der Synode noch an Mut. Es sei immer wieder Angst vor Veränderungen in der Kirche zu spüren gewesen.

    "Wir sind Kirche" ist zufrieden mit den Ergebnissen

    Die Reformbewegung "Wir sind Kirche" bewertete die Ergebnisse der Weltsynode positiv. Alle drängenden Fragen seien nun auf dem Tisch, teilte die Bewegung mit. Auch wenn es noch lange nicht ausreichend konkrete Beschlüsse gebe, seien die Beratungen ein "wichtiger Lernprozess" gewesen. Nun müsse der von Papst Franziskus initiierte Reformprozess auf allen Ebenen weitergehen.
    Diese Nachricht wurde am 30.10.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.