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Kaufberatung: Preiskampf bei Päckchen

Pünktlich zum Weihnachtfest gibt es etwas, was so noch nie gab: Ein Sonderangebot für Päckchen. Wer als Privatkunde bei der deutschen Post DHL bis zum 22. Dezember ein Päckchen aufgibt, zahlt dafür 3,50 € statt 3,90 €. Für das Sonderangebot gibt es einen Grund: Post-Kokurrent Hermes hatte zuvor sein Päckchen-Porto auf 3,80 € gesenkt und den Preiskrieg angezettelt.

Von Jochen Steiner | 21.11.2011

Wonach richtet sich der Preis für Päckchen und Pakete?

Nur noch bei DHL richtet sich der Preis vor allem nach dem Gewicht. Ein Päckchen darf höchstens zwei Kilo wiegen, alles andere zählt als Paket. Bei Hermes, GLS und DPD spielt dagegen die Größe die entscheidende Rolle. Das Gewicht kann eher vernachlässigt werden, denn je nach Anbieter können bis zu 40 Kilogramm verschickt werden. Das macht das Wiegen der Pakete in den allermeisten Fällen überflüssig.

Was kostet das klassische Päckchen?

Das klassische Päckchen kostet bei DHL 4 Euro 10, 20 Cent günstiger wird es für den, der sich das Porto zu Hause selbst ausdruckt, auch Online-Versand genannt. Etwas preiswerter ist der Hermes-Versand. Hier kostete das kleinste Paket 4 Euro, online 3 Euro 80. Bei GLS fallen im Shop wie auch online 4 Euro 10 an, bei DPD 4 Euro. Außerdem dürfen diese kleinen Pakete bei allen drei Anbietern schwerer sein als bei DHL.

Und wie sind die Preise bei den größeren Sendungen?

Wer mehr als zwei Kilogramm verschicken möchte, zahlt bei DHL für ein Paket bis zehn Kilo 6 Euro 90 und bis 20 Kilo 11 Euro 90, online jeweils einen Euro weniger. Für ein Paket vergleichbarer Größe werden bei Hermes 10 Euro 50 fällig, bei GLS 15 Euro 30 und beim DPD 13 Euro, online kann es im Einzelfall etwas günstiger sein. Wichtig: Die drei DHL-Konkurrenten blicken vor allem auf die Maße. Grundsätzlich dürfen die kürzeste und die längste Seite des Pakets zusammen bestimmte Obergrenzen nicht überschreiten. Bei Bedarf bieten alle Dienste an, das Paket auch zu Hause abzuholen. Das kostet - je nach Paketgröße und Anbieter - bis zu vier Euro extra.

Wie sind die verschickten Waren gegen Beschädigung oder Verlust versichert?

Das klassische DHL-Päckchen bei der Post ist nicht versichert. Allerdings kann eine Versicherung online und gegen einen Aufpreis von einem Euro hinzu gebucht werden. Versichert ist dann ein Warenwert bis 25 Euro. Konkurrent Hermes versichert bis 50 Euro – und das ohne Aufpreis. Alle größeren Pakete sind bei DHL und Hermes generell bis 500 Euro versichert, bei DPD bis 520 Euro und bei GLS reicht der Schutz sogar bis zu einem Warenwert von 750 Euro – egal wie groß das Päckchen oder Paket ist.

Wie lange sind die Sendungen unterwegs?

Bei DHL, GLS und DPD soll die Sendung bereits nach einem Werktag zugestellt sein. Hermes benötigt mit zwei bis drei Werktagen länger.

Was passiert, wenn bei der Zustellung niemand zu Hause ist?

Bei DHL steht dann der Gang in die Post-Filiale an. Die hat selten länger geöffnet als 18:30 Uhr. Wer rund um die Uhr Päckchen und Pakete mit DHL empfangen und verschicken möchte, kann eine von 2500 Packstationen nutzen. Hermes unternimmt maximal vier Zustellungsversuche, bei GLS sind es insgesamt drei und beim DPD muss nach dem ersten Versuch telefonisch ein neuer Termin abgemacht werden. Wahlweise kann das Paket auch in den Hermes-, GLS- oder DPD-Shops abgeholt werden. Der Vorteil für den Kunden: Das geht oft auch abends oder am Wochenende, wenn es sich dabei etwa um einen Kiosk handelt.

Wie kann man herausbekommen, wo das Paket gerade steckt?

Bei Hermes, GLS und DPD lässt sich jede Sendung am Computer nachverfolgen. Und zwar kostenlos. Das ist auch bei DHL der Fall, bei Päckchen allerdings nur, wenn es gegen Zusatzporto extra versichert wurde.

Und unterm Strich?

Eine Faustregel lautet: Wer nur einen kleinen, relativ leichten Gegenstand verschicken möchte, der kann eigentlich jeden Anbieter wählen, denn sie unterscheiden sich bei den Päckchen-Preisen kaum. Wer allerdings etwas Kleines, das aber schwerer ist als zwei Kilogramm verschicken möchte, der wählt am besten GLS oder DPD. Bei großen, schweren Paketen lohnt es sich generell, erst die Seiten abzumessen und dann die Preise der Anbieter zu vergleichen. Und wer noch etwas sparen möchte, druckt sich Adressaufkleber selbst aus und zahlt das Porto online.