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KeniaTerrorgruppe Al-Shabaab tötet 28 Menschen

Im Nordosten Kenias nahe der Grenze zu Somalia haben nach Polizeiangaben Bewaffnete mindestens 28 Menschen bei einem Überfall auf einen Bus getötet. Die Angreifer sollen der somalischen Terrororganisation Al-Shabaab angehören und diejenigen Businsassen erschossen haben, die nicht in der Lage waren, Verse aus dem Koran vorzulesen.

Von Linda Staude | 22.11.2014

Kenia Defense Forces (KDF) kommen am 22. September 2013 im Westgate Mall in Nairobi
Bevor nationale Sicherheitsleute zum Anschlagsort geschickt werden, soll das Gebiet aus der Luft überwacht werden. (AFP - SIMON MAINA)
An dem Anschlag auf einen Überlandbus im Nordosten Kenias, bei dem mindestens 28 Menschen starben, waren rund 100 Bewaffnete beteiligt, die vermutlich der somalischen Terrororganisation Al-Shabaab angehören. Das sagte ein Behördensprecher der kenianischen Zeitung "Daily Nation".
Der Bus war von der Grenzstadt Mandera nach Nairobi unterwegs und hatte 60 Menschen an Bord, als er in den frühen Morgenstunden überfallen wurde. Augenzeugen zufolge haben die Bewaffneten die Passagiere aufgefordert, Verse aus dem Koran vorzulesen. Alle, die dazu nicht in der Lage waren, wurden mit Kopfschüssen hingerichtet. Zuvor hatten die Terroristen versucht, die Opfer in dem Bus zu entführen, so der Polizeichef von Mandera County. Dieser sei allerdings im Schlamm stecken geblieben. Daraufhin hätten die Täter die verbliebenen Insassen, darunter auch sieben Frauen, getötet und seien zu Fuß Richtung somalische Grenze geflüchtet.
Bevor die nationale Sicherheitsbehörde ihre Leute in das Gebiet sendet, soll es zunächst aus der Luft überwacht werden, sagte der Polizeichef weiter. Der Grund: Im vergangenen Jahr habe es dort einen ähnlichen Anschlag gegeben, der eine Falle für die Sicherheitskräfte gewesen sei. Damals seien acht Polizisten bei dem Einsatz getötet worden. In Mandera County hat es immer wieder Anschläge von Al-Shabaab gegeben, so ein Mitglied des regionalen Parlaments. Wiederholte Bitten um mehr Sicherheitskräfte seien aus Nairobi allerdings ignoriert worden.