Hitze, Dürre, Wind
Klimaforscher Billing: "Klimaschutz entscheidend gegen steigendes Waldbrandrisiko, nicht nur Anpassung"

Angesichts der Debatte über eine Anpassung an den Klimawandel warnt der Klimaforscher Maik Billing davor, Maßnahmen gegen die Erderwärmung aus dem Blick zu verlieren. Vor allem diese seien nötig, um etwas gegen das zunehmende Waldbrandrisiko in Europa zu tun.

    Sourbrodt: Eine kleine Straße trennt die verbrannte Fläche im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn von grüner Vegetation, die den Waldbrand unbeschadet überstanden hat. (Luftaufnahme mit einer Drohne)
    Der Waldbrand im Hohen Venn in Belgien (Archivbild) (Christoph Reichwein / dpa / Christoph Reichwein)
    Billing erklärte dem Evangelischen Pressedienst, man könne Klimaschutz und Anpassungsmaßnahmen nicht gegeneinander austauschen, um das zukünftige Waldbrandrisiko zu senken. Das sogenannte Feuerwetter mit heißen, trockenen und windigen Bedingungen sei der wichtigste Treiber für ein steigendes Brandrisiko. Neben Brandmonitoring, gezieltem Waldumbau und Anpassungsmaßnahmen sei es darum besonders wichtig, die Treibhausgasemissionen weiter zu verringern.
    Billing ist Wissenschaftler am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Eine Studie unter seiner Leitung kam kürzlich zu dem Schluss, dass sich die Fläche von Vegetationsbränden in Europa im Vergleich zu heute bis zum Ende des Jahrhunderts nahezu verdreifachen könnte - bei einem Temperaturanstieg um 3,6 Grad Celsius. Selbst bei einer Erderwärmung von nur 1,8 Grad würde die verbrannte Fläche deutlich zunehmen, so die Studie.
    Die Untersuchung erschien inmitten der diesjährigen schweren Waldbrandsaison in Europa: Bis zum Stichtag am 12. August verbrannten in der EU laut dem europäischen Waldbrand-Informationssystem rund 5.500 Quadratkilometer Fläche - rund doppelt so viel wie in den Vergleichsjahren. Besonders betroffen waren Frankreich, Spanien und Griechenland. In Belgien vernichtete ein Flächenbrand im Naturschutzgebiet Hohes Venn tausende Hektar an Vegetation .

    Forderungen nach Klimaanpassung als Gemeinschaftsaufgabe im Grundgesetz

    In der Politik kamen zuletzt vor allem Forderungen nach mehr Hitzeschutz und anderen Klimaanpassungsmaßnahmen auf. So sprachen sich vor wenigen Tagen auch grüne Umweltminister aus sechs Bundesländern in einem Brief an das Kabinett dafür aus, Klimaanpassung als Gemeinschaftsaufgabe ins Grundgesetz aufzunehmen. Zuvor hatte Grünen-Vorsitzende, Brantner, die Bundesregierung zu mehr Maßnahmen beim Hitzeschutz aufgefordert. Damit unterstützten die Grünen den Vorschlag derSPD-Ministerinnen und Minister. CDU und CSU lehnten diesen ab. Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Frei, sagte im Deutschlandfunk , eine solche Regelung würde keine Probleme lösen.
    Diese Nachricht wurde am 30.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.