
Priorität habe die Rettung der Menschen, die unter den Trümmern begraben seien, betonte der Staatschef. De la Espriella war erst vor wenigen Tagen vereidigt worden. Durch das Erdbeben wurden Behördenangaben zufolge mindestens 1.600 Wohnhäuser beschädigt, etwa 60 Gebäude stürzten vollständig ein. Die Zahl der Todesopfer wird derzeit mit 111 angegeben. Zahlreiche Menschen gelten als vermisst.
Schwerstes Beben seit Jahren
Der US-Erdbebenwarte USGS zufolge hatte das Beben die Stärke 7,4. Das Epizentrum lag im Westen des Landes an der Pazifikküste. Der Kolumbianische Geologische Dienst (SGC) bezeichnete das Beben als das stärkste in Kolumbien seit mindestens zehn Jahren. Besonders betroffen war das für den Kaffee-Anbau bekannte Departamento Risaralda mit der Regionalhauptstadt Pereira im Westen des Landes. Viele Todesopfer gab es auch im Departamento Valle del Cauca mit der Regionalhauptstadt Cali, der drittgrößten Stadt des Landes. Aus der ebenfalls in der Kaffee-Region gelegenen Stadt Manizales wurden ebenfalls Tote gemeldet.
Strom- und Telefonnetze gestört, Flughäfen gesperrt
Die Stromversorgung, Telefon- und andere Kommunikationsverbindungen waren beeinträchtigt. Sechs Flughäfen sind dem Präsidenten zufolge wegen Schäden an ihrer Infrastruktur derzeit für den kommerziellen Flugverkehr außer Betrieb. In Bogotá wurden Gebäude evakuiert, die Schäden in der kolumbianischen Hauptstadt beschränkten sich nach Worten von Bürgermeister Galán aber auf Risse in Gebäuden.
Internationale Hilfe für Kolumbien
Die USA kündigten Hilfe an. Das Außenministerium stellte 15,5 Millionen Dollar für Notunterkünfte, Lebensmittel und weitere Hilfsmaßnahmen bereit. Auch El Salvador, Mexiko und Chile boten Kolumbien Unterstützung an. El Salvadors Präsident Bukele erklärte, sein Land sei bereit, Rettungskräfte, medizinisches Personal und Hilfsgüter zu schicken. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen schrieb im Onlinedienst X: "Wir haben bereits unseren Satellitendienst Copernicus mobilisiert, um bei den Rettungseinsätzen zu helfen."
Zuletzt hatten im Juni zwei Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 Venezuela erschüttert. Im Nachbarland Kolumbiens stieg die Opferzahl inzwischen auf über 6.300, wie Parlamentspräsident Rodríguez mitteilte.
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Diese Nachricht wurde am 11.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
