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Korstick spielt Kabalevsky
Préludes in verschiedenen Lebenslagen

Mit seinen ersten Préludes suchte der russische Komponist Dmitri Kabalevsky seine eigene Klangsprache. Später komponierte er Préludes für die Jugend oder auch mit politischem Bezug. Einige Stücke hat der Pianist Michael Korstick im Dlf Kammermusiksaal zum ersten Mal überhaupt aufgenommen.

Am Mikrofon: Klaus Gehrke | 13.04.2020
    Michael Korstick, HUK-Foyer Coburg, spielt a, Klavier.
    Pianist Michael Korstick hat vor kurzem bereits eine CD mit der zweiten Sonate von Dmitri Kabalevsky veröffentlicht. (Jochen Berger)
    Seit Johann Sebastian Bachs epochalem zweibändigen Werk "Das wohltemperierte Klavier" griffen nachfolgende Komponistengenerationen immer wieder auf seine Idee zurück, Stücke in sämtlichen Dur- und Molltonarten zu schreiben. Diese musikalische Art der Gleichberechtigung fand auch im sozialistischen Realismus der ehemaligen Sowjetunion Gefallen: Sowohl Dmitri Schostakowitsch als auch sein zwei Jahre älterer Kollege Dmitri Kabalevsky komponierten Präludien in allen Tonarten. Kabalevskys frühe Präludien op. 1 und 5 sind noch stark an die Werke von Alexander Skrjabin angelehnt, während die 24 Préludes op. 38, im Kriegsjahr 1943 geschrieben, die Stärke des russischen Charakters beschwören sollten. Die Präludien und Fugen op. 61 schließlich entstanden zu pädagogischen Zwecken und sollten jungen Klavierschülern den Zugang zum polyphonen Spiel vermitteln.
    Dmitri Kabalevsky
    Preludes op. 1, op. 5 und op. 38 für Klavier
    Präludien und Fugen op. 61 für Klavier
    Michael Korstick, Klavier
    Aufnahmen vom Februar 2017 und 2018