
Selenskyj sprach von einem Zeichen der offensichtlichen Schwäche. Russland werde die Vereinigten Staaten noch weniger ernst nehmen. Selenskyj sagte mit Blick auf die jüngsten russischen Angriffe auf sein Land, Russland habe sich für die geplanten Dieselexporte bedankt, indem es fünf Gleitbomben auf Wohnhäuser in Saporischschja abgeworfen habe.
Trump reagierte in Washington mit der Forderung, die Ukraine brauche einen neuen Präsidenten. Außerdem solle Selenskyj keine weiteren Angriffe auf russische Raffinerien durchführen lassen.
Die USA hatten sich nach Angaben von Trump mit Russland auf Diesel-Lieferungen geeinigt. Russland werde mehrere Hunderttausend Tonnen auf den Weltmarkt bringen, erklärte er. Washington setze dafür bis April 2027 die Sanktionen gegen den Kauf von russischen Erdölprodukten aus. Die erste Lieferung von rund 500.000 Tonnen würde aktuellen Zahlen zufolge den Diesel-Bedarf in den USA für etwa einen Tag decken.
Bundesregierung hält an Sanktionen gegen Moskau fest
Deutschland bekräftigte seine Unterstützung für die Ukraine. Regierungssprecher Kornelius sagte, man arbeite gemeinsam mit den europäischen Partnern an weiteren Strafmaßnahmen gegen Russland. Der Grünen-Europapolitiker Lagodinsky bezeichnete das Vorgehen der USA als Verrat. Die Vereinigten Staaten benötigten keinen Diesel. Es gehe Präsident Trump lediglich darum, vor den Midterm-Wahlen den Preis auf dem Weltmarkt zu stabilisieren, sagte Lagodinsky im Deutschlandfunk.
Die EU-Außenbeauftragte Kallas kritisierte die Diesel-Vereinbarung ebenfalls scharf. "Die Aussetzung der Sanktionen gegen russischen Diesel verschafft Moskau zusätzliche Einnahmen, um Krieg zu führen", schrieb Kallas auf X. "Dies ist nicht der Moment, den Druck auf Russland zu verringern, und Europa wird das auch nicht tun".
Weitere russische Angriffe in Ukraine
Bei russischen Angriffen auf die Stadt Saporischschja im Südosten der Ukraine wurden nach jüngsten Angaben der örtlichen Behörden mindestens 20 Menschen getötet. Acht Personen seien verletzt worden, hieß es. Auch die Hauptstadt Kiew war erneut Ziel massiver Drohnenangriffe. Mehrere Menschen erlitten Verletzungen, örtlich fiel der Strom aus.
Von russischer Seite hieß es, in der von ihr kontrollierten Region Luhansk habe es bei einem ukrainischen Angriff mehrere Tote gegeben.
Die Angaben aus den Kriegsgebieten lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Diese Nachricht wurde am 10.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.






