Mittwoch, 06. Juli 2022

Badminton-EM
Deutsches Team räumt in den Doppelwettbewerben ab

So erfolgreich waren die deutschen Badmintonspielerinnen und Badmintonspieler seit 50 Jahren nicht mehr: Die Bilanz bei der Europameisterschaft: zwei Mal Gold, einmal Silber. Mark Lamsfuß holte sogar in Mixed und Herrendoppel den Titel. Besonders im Mixed war der hart erarbeitet, erzählt Lamsfuß im Dlf.

Mark Lamsfuß im Gespräch mit Marina Schweizer | 30.04.2022

Lohau und Lamsfuß nach dem letzten Punkt des Finals. Lohau dreht sich zu den Gegnern, Lamsfuß jubelt.
Isabel Lohau and Mark Lamsfuß sind Europameister im Mixed geworden. (IMAGO/ZUMA Wire)
Mark Lamsfuß und Isabel Lohau verloren im Mixed zwar den ersten Satz gegen die französische Paarung, konnten das Spiel aber nach einem denkbar knappen zweiten Satz noch drehen. Im Damen-Doppel unterlag Lohau gemeinsam mit Linda Efler im Finale den Bulgarinnen dann klar. Lamsfuß setzte sich mit Partner Marvin Seidel zum Abschluss des Turniers mit 2:0 Sätzen gegen die Schotten durch.

"Einfach unglaublich"

Im Deutschlandfunk-Interview war der Spieler des 1. BC Wipperfeld hörbar begeistert: "Der erste Titel im Mix, das war schon sehr überwältigend. Und dass jetzt der zweite on top kam - einfach unglaublich."
Lamsfuß hatte bereits im vergangenen mit seinem Doppelpartner bei der EM in Kiew das Finale erreicht, konnte dann wegen einer Corona-Infektion aber nicht antreten. Dennoch sei der Druck nicht zu groß gewesen, meint Lamsfuß:
"Ich habe mir gesagt, wenn uns jemand schlägt wenn wir gutes Badminton spielen, dann haben sie es auch einfach verdient. (…) Natürlich, gestern Abend als wir dann zwei Mal im Finale standen, war ich definitiv nervös, habe die Nacht auch sehr, sehr schlecht geschlafen. Aber das hat keinen extra Druck ausgeübt, sondern ich war fokussiert und es hat alles super geklappt."

"Hart umkämpftes Mixed-Finale"

Besonders im Mixed mussten Lamsfuß und seine Partnerin Isabel Lohau kämpfen. Sie verloren den ersten Satz und konnten den zweiten nur denkbar knapp mit 22:20 für sich entscheiden. Lamsfuß' Vergleich der Finalspiele fällt deswegen so aus:
"Emotional würde ich sagen, Mixed war heute härter. (…) Es war einfach ein hart umkämpftes Spiel. Und im Doppel muss ich sagen - das soll jetzt nicht arrogant klingen - ich hatte aber irgendwie das Gefühl, dass wir das Spiel in der Hand haben. Und es war ein bisschen deutlicher einfach."
Gerade der Blick auf das Turnier in Kiew im vergangenen Jahr macht Lamsfuß aber nachdenklich: "Natürlich bin ich heute sehr happy über den Erfolg. Aber man darf auch nicht vergessen, dass andere Menschen gerade um ihr Leben kämpfen."