Hohe Meerestemperaturen
Massive Korallenbleiche vor Mexiko

Vor der Küste von Mexiko gibt es offenbar eine massive Korallenbleiche. Nach Angaben von Forschern sterben dort Korallen in einem "beispiellosen Ausmaß" ab.

18.09.2023
    Korallenbleiche in der Karibik
    Vor der Küste von Mexiko sterben Korallen nach Angaben von Forschern derzeit in großem Ausmaß ab. (Lorenzo Álvarez-Filip / - / dpa / Lorenzo Álvarez-Filip)
    Lorenzo Álvarez-Filip von der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko sagte der Deutschen Presse-Agentur nach einem Tauchgang in Puerto Morelos: "Was unsere Tests und Analysen zeigen, ist beeindruckend. So etwas habe ich noch nie gesehen." Anhaltend sehr hohe Wassertemperaturen hätten zu einer Korallenbleiche in der Karibik und auch im mexikanischen Pazifik geführt. Als Folge des Klimawandels seien dort zuletzt Meerestemperaturen von bis zu 33 Grad Celsius gemessen worden, drei Grad über dem historischen Durchschnitt. Die Korallen seien den hohen Temperaturen bis zu 20 Wochen ausgesetzt gewesen. Dieser Stress erschwere ihre Erholung. Viele seien bereits abgestorben.
    Als Bleiche wird ein Verblassen der oft farbenprächtigen Korallen bezeichnet. Sie leben mit verschiedenfarbigen Algen in einer Gemeinschaft zum gegenseitigen Nutzen. Bei hohen Temperaturen stoßen die Korallen die Algen jedoch ab und verlieren so ihre Farbe. Sie wachsen nicht mehr und können sich schlechter gegen Feinde und Konkurrenten wehren.
    Kehren die Mikroalgen innerhalb einer bestimmten Zeit zurück, weil die Wassertemperaturen wieder sinken, kann sich die Koralle erholen, andernfalls stirbt sie.
    Diese Nachricht wurde am 18.09.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.