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Materiediebstahl im Zirkel

Zu den unscheinbarsten Sternbildern am Himmel gehört der Zirkel. Er befindet sich neben den beiden hellen Zeigersternen, die auf das Kreuz des Südens weisen. Von Europa aus ist er nicht zu sehen.

Von Dirk Lorenzen |
    Somit entgeht uns auch das bemerkenswerte Sternpaar im Zirkel: Dort umkreisen sich ein Neutronenstern, eine nur zwanzig Kilometer große, äußerst dichte Sternenleiche, und ein gewöhnlicher Stern. Er hat einige Male mehr Masse als unsere Sonne.

    Alle sechzehn Tage kommen sich die beiden sehr nah. Dann reißt der kompakte Neutronenstern dem großen Begleiter Gas aus den äußeren Schichten.

    Die Gasmassen bilden eine Materiescheibe um den Neutronenstern herum, heizen sich kräftig auf und werden zum Teil in zwei engen Kegeln fast mit Lichtgeschwindigkeit ins All gepustet.

    Bei diesem kosmischen Flammenwerfer entsteht sehr intensive Radiostrahlung. Zwei besonders starke Ausbrüche hat jetzt ein Astronomenteam mit dem Teleskopverbund KAT-Sieben in Südafrika beobachtet.

    Diese Anlage besteht aus sieben Antennenschüsseln mit jeweils zwölf Metern Durchmesser. Die Forscher haben damit das ungleiche Paar im Zirkel einen Monat lang genau überwacht - und dabei zwei Ausbrüche in allen Details verfolgt.

    Für das Projektteam ist das ein gelungener Auftakt: Denn bei KAT-Sieben geht es vor allem darum, die Technik für MeerKAT zu testen, ein Netz aus vierundsechzig Radioschüsseln, das gerade in Bau ist.

    Ab etwa dem Jahr 2016 haben die Astronomen das Feuerwerk im Zirkel und weitere dramatische Prozesse am Südhimmel noch viel besser im Blick.

    Fachartikel zu dieser Beobachtung


    Pressemitteilung zu dieser Entdeckung