Montag, 22. April 2024

Taiwan
Mehr als 1.000 Verletzte nach Erdbeben - eingeschlossene Bergarbeiter sind gerettet

Nach dem schweren Erdbeben vor der Ostküste Taiwans ist die Zahl der Verletzten auf mehr als 1.050 gestiegen.

04.04.2024
    Ein Mann steht vor einem Schutthaufen zerstörter GEbäudeteile nach dem schweren Erdbeben in Taiwan. Ein Kran ist im Einsatz.
    Die Menschen auf Taiwan erlebten das wohl schwerste Erdbeben seit 25 Jahren und sind im Schockzustand. (picture alliance / AP / Ichiro Ohara)
    Nach Angaben der Feuerwehr konnten inzwischen mehr als 60 Bergarbeiter in Sicherheit gebracht werden, die in einem Steinbruch eingeschlossen waren. Zuvor waren bereits sechs Arbeiter aus einem anderen Tagebau per Hubschrauber gerettet worden. Die Rettungskräfte suchen noch nach mehreren Vermissten. Die Behörden bestätigten bisher zehn Tote.
    Die EU hat ihre Hilfe angeboten. Ratspräsident Michel schrieb bei X, man sei bereit, jede Unterstützung zu leisten, die benötigt werde. Den Familien der Opfer sprach er sein Beileid aus.
    Die Erdstöße erreichten verschiedenen Messungen zufolge eine Stärke von 7,2 bis 7,7. Das Seismologische Zentrum Taiwans teilte mit, es handele sich um das stärkste Erdbeben seit 25 Jahren. Die Erdstöße waren nach Auskunft der Behörden auch auf dem chinesischen Festland zu spüren, unter anderem in der Millionenmetropole Shanghai. China bot Taiwan Katastrophenhilfe an. Auch Japans Premierminister Kishida stellte Unterstützung in Aussicht.

    Befürchteter Tsunami bleibt aus

    Tsunami-Warnungen in Japan und auf den Philippinen für weite Küstenregionen wurden später wieder aufgehoben. Einige Provinzen wurden laut Behördenangaben zwar von kleineren Flutwellen getroffen, diese seien aber nicht so verheerend ausgefallen wie anfangs prognostiziert, hieß es.
    Das letzte schwere Erdbeben in Taiwan ereignete sich den Behörden zufolge 1999. Damals kamen 2.400 Menschen ums Leben. 50.000 Gebäude wurden zerstört oder schwer beschädigt.
    Diese Nachricht wurde am 04.04.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.