
In Berlin wurden Einsatzkräfte mit Böllern und Raketen angegriffen worden. Etwa 35 Beamte seien leicht verletzt worden, die meisten erlitten Knalltraumata, teilte ein Sprecher der Polizei mit. Mehr als 400 Menschen wurden kurzzeitig festgenommen. Es gab rund 4.000 Einsätze. Insgesamt schätzte die Berliner Polizei das Geschehen aber als nicht so problematisch wie in den Vorjahren ein.
Stephan Weh von der Gewerkschaft der Polizei Berlin warnte indes vor einer zu positiven Einschätzung. Zwar sei es an den "Hotspots" der Hauptstadt diesmal ruhiger gewesen, von einem "friedlichen Silvester" könne man angesichts der verletzten Einsatzkräfte aber nicht reden, sagte er der ARD.
Angriffe auch in anderen Städten
Auch aus Hamburg, Bonn, Bremen und Leipzig wurden Angriffe mit Pyrotechnik auf Polizisten gemeldet. In der Hansestadt wurden nach bisherigen Erkenntnissen zehn Polizisten verletzt. Sie konnten ihren Dienst nicht fortsetzen. In Bremen erlitten fünf Beamte ein Knalltrauma. Auch die Feuerwehr sei bei Einsätzen teils mit Pyrotechnik beschossen worden, teilte ein Polizeisprecher mit. In Leipzig wurden Einsatzkräfte unter anderem mit Böllern und Flaschen beworfen.
Die Gewerkschaft Verdi teilte mit, auch diese Silvesternacht habe gezeigt, wie stark Beschäftigte im öffentlichen Dienst Gewalt ausgesetzt seien. Sie forderte die öffentlichen Arbeitgeber zu besseren Schutzmaßnahmen auf.
Tödliche Unfälle mit Pyrotechnik
In Bielefeld starben zwei 18-Jährige durch selbst gebaute Böller. Die Unfälle ereigneten sich der Polizei zufolge unabhängig voneinander. In der Nähe von Rostock verlor ein junger Mann eine Hand durch einen explodierenden Feuerwerkskörper. In Leipzig wurde eine 16-Jährige schwer verletzt, als sie versuchte, einen in Deutschland nicht zugelassenen Knallkörper zu zünden.
Zahlreiche weitere Fälle wurden aus anderen Orten gemeldet. Allein das Unfallkrankenhaus Berlin berichtete von zwei Dutzend Patienten mit zum Teil schweren Handverletzungen. Unter ihnen seien acht Kinder.
Auch die Feuerwehr rückte bundesweit zu zahlreichen Einsätzen aus. In Baden-Württemberg starben bei mehreren Bränden drei Menschen. Am Domplatz in Erfurt geriet der Dachstuhl eines historischen Gebäudes in Brand. Das Feuer griff laut Polizei auf zwei angrenzende Häuser über. In Berlin wurden laut Feuerwehr 643 Brände gemeldet - 200 weniger als im Vorjahr.
Große Silvesterpartys ohne Zwischenfälle
Vielerorts feierten die Menschen friedlich den Jahreswechsel. Große öffentliche Partys gab es unter anderem in Berlin, Hamburg und München. In Berlin feierten Tausende Menschen nahe dem Brandenburger Tor auf der Straße des 17. Juni bei der offiziellen Freiluftparty der Hauptstadt. 25.000 Tickets hatten zur Verfügung gestanden.
Bei einer großen Silvesterparty auf der Ludwigstraße in München feierten nach Veranstalterangaben um die 10.000 Menschen in das Jahr 2026 hinein. Laut Polizei verlief auch die erstmals aus Hamburg ausgestrahlte ZDF-Silvestershow ohne besondere Vorkommnisse.
Diese Nachricht wurde am 01.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.



