Deutsche Bahn
Mehr Übergriffe in Regionalzügen - Bodycams mit Tonaufnahmen sollen kommen

In Regionalzügen der Deutschen Bahn ist es im ersten Halbjahr zu fast 1.000 Übergriffen auf Zugpersonal gekommen. Das sei eine Zunahme um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, teilte das bundeseigene Unternehmen mit. Darunter seien 781 Fälle von Körperverletzung sowie 185 Fälle von versuchter Körperverletzung. 22 Beschäftigte seien schwer verletzt worden.

    Der Oberkörper eines Bahn-Mitarbeiters, der eine dunkelrote Weste trägt. Über der Weste hängt an einem schwarzen Band eine sogenannte Bodycam. Im Hintergrund sieht man einen roten Regionalzug der Deutschen Bahn.
    In Regionalzügen der Deutschen Bahn ist es im ersten Halbjahr zu mehr 14 Prozent mehr Übergriffen auf Zugpersonal gekommen als im Vorjahreszeitraum. (picture alliance / dpa / Uwe Anspach)
    Bundesverkehrsminister Bilger nannte die Zahlen und die Schilderungen der Bahn-Beschäftigten erschütternd. Er kündigte Gespräche in der Bundesregierung über höhere Strafen an, wie es sie schon für Angriffe auf Rettungskräfte gebe und fügte hinzu: "Sicherheit im Zug ist kein Randthema. Sie ist eine Grundvoraussetzung für einen funktionierenden öffentlichen Verkehr."
    Die Bahn will im Herbst ein Pilotprojekt zur Tonaufzeichnung der Bodycams starten. Dies könne die Deeskalation und die Verfolgung von Straftaten unterstützen. Die Tonaufzeichnung bei Bodycams soll laut dem Unternehmen spätestens ab Oktober in der Region Rhein-Neckar-Pfalz getestet werden. Ein tödlicher Angriff auf einen Schaffner Anfang des Jahres hatte eine Diskussion über die Sicherheit von Zugbegleitern ausgelöst.
    DB-Regio-Chef van Zijderveld sagte, die Tonaufzeichnung solle zu einer Deeskalation beitragen, helfe aber auch enorm bei der Verfolgbarkeit von Straftaten. Er betonte: "Angst hat in unseren Zügen keinen Platz."
    Diese Nachricht wurde am 10.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.