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Mittwoch, 1. Dezember 2010

Biologie Ein Umweltgift macht Vögel homosexuell.

In Kolonien, in denen Ibisse Methylquecksilber ausgesetzt sind, kommt es zu einer deutlichen Zunahme von rein männlichen Brutpaaren. Das berichten Biologen aus den USA und Sri Lanka in den Proceedings B der britischen Royal Society. Sie hatte wilde Weißibisse gefangen und drei Jahre lang in Kolonien gehalten. In dieser Zeit bekamen einige Kolonien mit Methylquecksilber versetztes Futter. Die Konzentrationen entsprachen Dosierungen, die auch in freier Wildbahn vorkommen. In diesen Kolonien sank der Bruterfolg deutlich. Nicht nur hatten heterosexuelle Paare weniger Jungvögel großgezogen als Paare, die dem Schadstoff nicht ausgesetzt waren, sondern zunehmend hatten sich auch Männchen zu Paaren zusammengeschlossen. Der Anteil dieser Paare stieg mit zunehmender Quecksilberdosis auf bis zu 55 Prozent. Methylquecksilber ist die biologisch aktivste Form von Quecksilber und kann das Nervensystem schädigen, sowie den Hormonhaushalt beeinflussen. Steigt dieses Umweltgift im Freiland an, könnte dies die Entwicklung ganzer Brutkolonien beeinflussen, warnen die Forscher [mst]

(Quelle: Proceedings of the Royal Society B )

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