Bildung in Afghanistan
Menschenrechtler warnt vor vermeintlichen Liberalisierungsschritten der Taliban

Der Menschenrechtler Kambiz Ghawami hat den Westen davor gewarnt, vermeintliche Liberalisierungsschritte der Taliban in der Bildungspolitik als Kurskorrektur zu werten. Nach drei Dürre-Jahren sei Afghanistan angesichts der schlechten Versorgungslage dringend auf Hilfszahlungen angewiesen, sagte er dem Deutschlandfunk. Deshalb machten die radikal-islamischen Taliban nun kosmetische Korrekturen, um auf das Ausland zuzugehen.

15.08.2023
    Ein Taliban-Kämpfer steht in der afghanischen Hauptstadt Wache, während eine Frau vorbeiläuft. Der Taliban hat eine Waffe in der Hand. Die Fraue trägt locker ein Tuch über den Haaren.
    Der Worls University Service glaubt, dass die Taliban Geld aus dem Ausland brauchen, um z.B. die Versorgungslage wieder verbessern zu können. (Archivbild) (Ebrahim Noroozi / AP / dpa / Ebrahim Noroozi)
    Als Beispiel nannte Ghawami eine Religionsschule in Kabul, an der trotz des Bildungsverbots wieder Mädchen in Englisch und Mathematik unterrichtet werden. Man dürfe aber nicht vergessen, dass die Kinder dort jeden Tag einer Gehirnwäsche unterzogen würden, betonte Ghawami.
    Der gebürtige Iraner leitet das deutsche Komitee des World University Service. Die Organisation setzt sich weltweit für Bildung ein.
    Sie können hier einen Bericht zur Lage in Afghanistan hören.
    Diese Nachricht wurde am 15.08.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.