
Der Kanzler bezeichnete die beiden Golfstaaten als zuverlässige Kooperationspartner. Sie könnten sich auf eine Rüstungszusammenarbeit verlassen, die intensiver sein werde als in den vergangenen Jahren. Merz betonte zugleich, dass es bei Ausfuhren von Rüstungsgütern aus Deutschland auch künftig Einzelfallprüfungen geben werde. Waffenexporte in die autokratisch geführten Länder am Golf waren wegen der dortigen Menschenrechtslage lange zurückhaltend gehandhabt worden.
Merz kündigte in Katar auch einen Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen an. Am Mittwoch hatte der Kanzler Saudi-Arabien besucht. Nächste Station sind die Vereinigten Arabischen Emirate. In seiner Begleitung befindet sich eine Wirtschaftsdelegation.
Experte: "Deutschland kann es sich nicht leisten, in Saudi-Arabien mit anklagendem Ton aufzutreten"
Zum Auftakt hatte sich der CDU-Vorsitzende in Riad mit dem saudischen Kronprinzen bin Salman getroffen. Solche Partnerschaften mit der arabischen Welt seien mehr denn je notwendig in einer Zeit, in der zunehmend Großmächte die Politik bestimmten, betonte Merz.
Bei den Gesprächen ging es vor allem um den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen. Zu den Themen zählten Energie, Umwelt, Technologie, Medizin, digitale Infrastruktur und Künstliche Intelligenz sowie Verteidigung. Unter anderem ist eine Vereinbarung über eine strategische Partnerschaft geplant, die vor allem die Bereiche Sicherheit und Energie betreffen soll. Die Rüstungsexporte, die wegen der Beteiligung Saudi-Arabiens am Krieg im Jemen zwischenzeitlich gestoppt wurden, sollen wieder weitgehend normalisiert werden. Das autoritär geführte Königreich hat aktuell unter anderem Interesse am Militärtransportflugzeug A400M.
Vor Kurzem war Kronprinz Mohammed bin Salman von westlichen Staaten noch geächtet
In Riad wurde Merz mit militärischen Ehren von Kronprinz Mohammed bin Salman empfangen, der einst von westlichen Staaten geächtet war. Nach dem brutalen Mord am saudischen Regierungskritiker und Journalisten Jamal Khashoggi im saudischen Generalkonsulat in Istanbul vor acht Jahren wurde der Thronfolger vom US-Geheimdienst für die Tat verantwortlich gemacht. Der Kronprinz bestreitet, Drahtzieher der Tat gewesen zu sein.
Der Direktor des GIGA-Instituts für Nahost-Studien, Eckart Woertz, sagte im Deutschlandfunk, Saudi-Arabien spiele wirtschaftlich und geopolitisch eine wichtige Rolle. Deutschland könne es sich daher nicht leisten, in Bezug auf Kashoggi oder Menschenrechtsfragen in anklagendem Ton aufzutreten.
Diese Nachricht wurde am 05.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.





