Experte zu Merz-Reise
Menschenrechte? "Deutschland kann sich anklagenden Ton gegenüber Saudi-Arabien nicht mehr leisten"

Deutschland muss nach Einschätzung des Direktors des GIGA-Instituts für Nahost-Studien, Eckart Woertz, angesichts geringerer Bedeutung in der Welt inzwischen zurückhaltender auftreten als früher.

    Skyline von Riad, Saudi-Arabien
    Blick auf Riad (Archivbild) (imago)
    Mit Blick auf die Reise von Bundeskanzler Merz auf die arabische Halbinsel sagte er im Deutschlandfunk, Saudi-Arabien spiele wirtschaftlich und geopolitisch eine wichtige Rolle. Deutschland könne es sich nicht mehr leisten, in Bezug auf den Khashoggi-Mord, den Jemen-Krieg oder Menschenrechtsfragen "in anklagendem Ton auf Pressekonferenzen aggressiv" aufzutreten. Deutschland sei in der Welt nicht mehr so wichtig. Es gebe andere aufstrebende Länder. Deutschland und auch Europa müssten sich arrangieren und schauen, wo sie blieben. Woertz fügte hinzu, die Realpolitik werde über die Bedenkträger triumphieren.
    Merz ist derzeit auf der arabischen Halbinsel unterwegs. Er besucht Saudi-Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate.
    Diese Nachricht wurde am 05.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.