Außenpolitik
Wadephul will bei Besuch in Washington über Grönland sprechen

Dass US-Präsident Trump Anspruch auf Grönland erhebt, sorgt in EU und NATO weiterhin für Besorgnis und Irritationen. Der deutsche Außenminister Wadephul will das Thema heute bei einem Treffen mit seinem US-Kollegen Rubio in Washington ansprechen. Bundeskanzler Merz äußerte Verständnis für das Anliegen der USA.

    Die Sonne geht über einem Teil der grönländischen Hauptstadt Nuuk unter.
    Blick auf Grönlands Hauptstadt Nuuk (picture alliance / dpa / Steffen Trumpf)
    Merz sagte bei einem Besuch in Indien, man teile die amerikanischen Besorgnisse, dass dieser Teil Dänemarks besser geschützt werden müsse. Die Sicherheitslage für Grönland solle im Rahmen der NATO gemeinsam verbessert werden, so der Kanzler, und er gehe davon aus, dass die USA sich daran beteiligten. Mehrere NATO-Staaten wie Großbritannien hatten sich zuletzt für einen Ausbau der Bündnispräsenz in der Arktis ausgesprochen. So könnte es etwa einen dauerhaften Überwachungseinsatz geben.
    Merz ging nicht auf ⁠die Drohungen von US-Präsident Trump ein, die Insel auch gegen den Willen der Grönländer und Dänemarks zu kaufen oder zu annektieren.

    Ex-Vize-Kanzler Habeck rechnet mit finanziellen Angeboten der USA

    Nach Einschätzung des früheren Vize-Kanzlers und Grünen-Vorsitzenden Habeck werden die USA ihre Drohung nicht wahrmachen. Habeck, der mittlerweile als Analyst am Dänischen Institut für Internationale Studien tätig ist, sagte im Deutschlandfunk, eine militärische Besetzung Grönlands wäre ein eklatanter Verstoß gegen das Völkerrecht. Er verwies zudem auf die Aussage der dänischen Regierungschefin Frederiksen, wonach solch ein Schritt das Ende der NATO bedeuten würde.
    Habeck rechnet vielmehr damit, dass die USA finanzielle Angebote machen werden. Als Beispiele nannte er Infrastruktur-Investitionen und die Möglichkeit, dass Grönland dem Nordamerikanischen Freihandelsabkommen beitreten könnte.
    Grönland gehört zum Königreich Dänemark.
    Diese Nachricht wurde am 12.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.