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Microsoft muß Java-Programme nachbessern

Microsoft hat im Gerichtsstreit um die Programmiersprache Java eine Niederlage gegen den Java-Hersteller Sun einstecken müssen. Das Redmonder Unternehmen muß seine Produkte innerhalb der nächsten 90 Tage kompatibel zu Suns Java-Standard machen oder sämtlichen Java-Code aus seinen Programmen entfernen. Betroffen sind unter anderem das Betriebssystem Windows 98 und Microsofts Internet Explorer.

Heinz Schmitz |
    Die Entscheidung des Bezirksgerichts in San José, Kalifornien, verbietet Microsoft, eine Variante von Java zu entwickeln, die sich nicht an wesentliche Vorgaben des Java-Lizenzinhabers und Erfinders Sun hält. Ein Hauptmerkmal der Programmiersprache Java ist die Unabhängigkeit damit entwickelter Software von einer bestimmten Plattform. Java-Programme laufen nicht nur auf Windows-PCs, sondern ohne Änderungen auch auf Unix-Maschinen oder Apple-Computern. Einzige Voraussetzung ist ein zusätzliches Programm - die sogenannte Virtuelle Java-Maschine (JVM) - für das Betriebssystem. Microsoft hatte Erweiterungen an Java vorgenommen, die aber nur auf MS-Windows-Systemen genutzt werden konnten. Offenbar fürchtete Microsoft, daß Java die führende Position des Unternehmens bei den PC-Betriebssystemen gefährden könnte.

    Im Oktober vergangenen Jahres klagte Sun gegen die Änderungen. Einen ersten Sieg errang Sun im März 98, als Microsoft untersagt wurde, seine Produkte mit dem Java-Logo zu schmücken. Nach dem jüngsten Urteil bleiben Microsoft 90 Tage, seine Produkte Java-kompatibel zu machen. Unternehmenssprecher sagten, daß Microsoft den Auflagen des Gerichts entsprechen und Modifikationen an den betroffenen Programmen vornehmen werde. Die Auslieferung von Windows 98 sei dadurch nicht gefährdet.