Sonntag, 29. Mai 2022

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Missbrauchsvorwürfe Tauberbischofsheim
"Aufarbeitung längst überfällig"

Mehrere Sportlerinnen werfen einem ehemaligen Trainer am Fechtzentrum Tauberbischofsheim sexuelle Belästigung vor - der Beschuldigte streitet alles ab. Eine "Taskforce" soll nun aufarbeiten: "Ein absolut richtiger und längst überfälliger Schritt", sagte Reporterin Andrea Schültke im DLF.

Andrea Schültke im Gespräch mit Astrid Rawohl | 15.04.2017

Zwei Fechter kämpfen gegeneinander.
Im Fechtzentrum in Tauberbischofsheim soll es zu mehreren Fällen sexueller Belästigung gekommen sein. (Imago)
Harald Stempfer, Geschäftsführer des Fechtzentrums Tauberbischofsheim, behauptet, man habe erst durch die Veröffentlichungen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" Einzelheiten zu den Missbrauchsvorwürfen erfahren. Danach sei der Fechtclub sofort tätig geworden und habe eine Arbeitsgruppe zur Aufarbeitung der Vorwürfe initiiert.
Lange Liste von Vorwürfen
Diese Taskforce dürfte eine Menge Arbeit bekommen: Schon 2003 soll es erstmals zu Übergriffen des Trainers auf Sportlerinnen gekommen sein, die sich bis ins vergangene Jahr fortgesetzt hätten. Bereits vor acht Jahren haben sich laut Spiegel Fechterinnen und Fechter schriftlich über den mittlerweile entlassenen Trainer beschwert - der alle Vorwürfe abstreitet. Zudem soll ein hoher Funktionär von den Anschuldigen gewusst und nichts unternommen haben - auch der streitet die Vorwürfe gegen ihn ab.
DLF-Sportreporterin Andrea Schültke begrüßt, dass sich das Fechtzentrum für die Aufarbeitung der Geschehnisse nun Hilfe von außen holt: "Alle Beteiligten sind miteinander verwoben und zu sehr voneinander abhängig, um die Vorwürfe von innen heraus aufzuarbeiten." Nächsten Dienstag (18.04.2017) sollen die Mitglieder der Taskforce auf einer Pressekonferenz offiziell vorgestellt werden.
Das vollständige Gespräch können Sie mindestens sechs Monate lang als Audio-on-Demand nachhören.
Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.