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Mit Deep Purple von der politischen Bühne

Karl-Theodor zu Guttenberg ließ es beim Zapfenstreich rocken. Das Stabsmusikkorps der Bundeswehr spielte auf Wunsch des ehemaligen Verteidigungsministers den Rock-Klassiker "Smoke on the Water" der britischen Band Deep Purple.

Von Catrin Stövesand | 10.03.2011

"Smoke on the Water" gehört zur Kategorie Rocksongs und gilt als eines der bekanntesten Werke dieser Sparte. Komponiert wurde der Titel von der britischen Gruppe Deep Purple. Deren besondere Markenzeichen waren der Einsatz der Hammond Orgel, aber auch eigenwillige Interpretationen auf der Gitarre. Die Idee zu dem Stück entstand 1971 während eines Brandes in einem Hotel am Genfer See. Der Rauch des Feuers zog über das Wasser – der Titel "Smoke on the Water" war geboren.

Prägnant an diesem Stück sind die Quart-Zweiklänge in der Einleitung. Im Original beginnt das Stück mit der E-Gitarre, danach setzen die Hammond Orgel und das Ständerbecken des Schlagzeuges ein. Diese sich wiederholende Tonfolge der Begleitmusik zum Hauptthema, auch Riff genannt, hat in der Rockmusik ihre Spuren hinterlassen. Sie ist eine beliebte Fingerübung bei Anfängern im Gitarrenunterricht. Oftmals wurden die berühmten Quart-Zweiklänge von anderen Rockmusikern zitiert. Ob dies den ehemaligen Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg dazu bewogen hat, sich für dieses Stück zu entscheiden?

Wir wissen es nicht. Wohlwollende Stimmen gehen davon aus, dass der Baron mit dieser Musikwahl verdeutlichen möchte, dass er sich trotz aller Unkenrufe sehr wohl mit Zitaten auskennt. Vertreter kritischer Töne meinen hingegen, dass "Smoke on the Water" für den Drang des bisherigen Ministers stehe, unangenehme Dinge vernebeln zu wollen.

Neben dem Rockklassiker stand auch der Marsch "Großer Kurfürst" auf Guttenbergs Wunschliste. Kurfürst, eine Würde, die selbst ein Baron heute nicht einmal mehr vorübergehend erwerben kann.