Sonntag, 25. September 2022

Sternenhimmel
Mond, Holzsammlerin und hungriger Aledbaran

Heute Nacht strahlt der schon recht volle Mond im Stier. Unterhalb von ihm funkelt das rote Stierauge Aldebaran und rechts oberhalb der Sternhaufen der Plejaden. Unterhalb von Mond und Stier leuchtet der prachtvolle Orion.

13.01.2022

Auch eine Sichtweise: Plejaden, Mond und Aldebaran scheinen heute Abend (13. Januar 2022) von Südafrika aus betrachtet "auf dem Kopf" zu stehen.
Sternenbild am 13. Januar (Stellarium)
Die dunklen Flecken und hellen Gebiete auf der Mondscheibe zeichnen das markante Mondgesicht, manche sehen dort auch einen springenden Hasen.

Von der Südhalbkugel der Erde aus betrachtet spielt sich diese Szene fast kopfüber ab. Dort stehen Aldebaran und Orion oberhalb von Mond und Plejaden am Firmament.

Interpretationen der Völker im Süden Afrikas

Die Völker im Süden Afrikas erkennen im Fleckenmuster des Mondes eine Frau, die ein Kind im Arm hält und ein Bündel Äste trägt.

Auch Stier und Orion sieht der Stamm der Namaqua in Südafrika ganz anders: Die Plejaden gelten dort als die Töchter des Himmelsgottes, die mit Aldebaran verheiratet sind.

Ihr Ehemann schießt seinen Pfeil auf drei Zebras – für uns sind das die Gürtelsterne des Orion. Doch er verfehlt die Tiere.

Zorniger Löwe hat die Zebras im Blick

Einerseits möchte er nicht ohne Beute von der Jagd heimkehren. Andererseits traut er sich nicht, seinen verschossenen Pfeil wiederzuholen – dargestellt durch das Schwertgehänge des Orion. Denn auch ein zorniger Löwe, für uns Beteigeuze, Orions linke Schulter, hat die Zebras im Blick.

Die Raubkatze will einfach nicht weichen und so harrt der Ehemann – also Aldebaran – auf ewig in kalter Nacht hungrig und durstend am Himmel aus.

Heute Abend steht also die holzsammelnde Mondfrau mit Kind dicht beim hungrigen Aldebaran und der Beteigeuze-Löwe starrt auf die Gürtel-Zebras.
Sternmythen aus dem Süden Afrikas
Südafrikanische Sagen rund um den Sternenhimmel