Krieg gegen die Ukraine
Moskau schlägt internationale Übergangsverwaltung vor

Vor der nächsten Verhandlungsrunde über ein Ende des Ukraine-Krieges hat Russland eine internationale Übergangsverwaltung für das Land ins Spiel gebracht. Man sei bereit, mit den USA, Europa und anderen Ländern über eine solche Lösung zu sprechen, sagte der russische Vize-Außenminister Galusin der staatlichen Nachrichtenagentur Tass.

    Eine blau-gelbe ukrainische Flagge weht vor dem Unabhängigkeitsmonument in der Hauptstadt Kiew.
    Die ukrainische Flagge weht in Kiew im Wind. (picture alliance / ZUMAPRESS.com / Andreas Stroh)
    Dies würde es ermöglichen, dort Wahlen abzuhalten und eine "handlungsfähige" Regierung an die Macht zu bringen, mit der dann ein Friedensvertrag unterzeichnet werden könne, erklärte Galusin.
    Präsident Putin hatte im vergangenen Jahr bereits einen ähnlichen Vorschlag gemacht und wiederholt Wahlen in der Ukraine gefordert. Beobachter sehen darin den Versuch, die Regierung von Präsident Selenskyj als nicht handlungsfähig zu delegitimieren und in Kiew eine moskaufreundliche Regierung einzusetzen.
    Selenskyj hatte bei der Münchner Sicherheitskonferenzerklärt, dass es unter Kriegsbedingungen nicht möglich sei, eine landesweite Wahl zu organisieren. Die nächste Verhandlungsrunde über ein Ende des Krieges ist für kommende Woche in Genf geplant.

    Erneut gegenseitige Drohnenangriffe

    Nach Angaben der ukrainischen Militärverwaltung gab es auch heute wieder russische Angriffe. So sei die Stadt Cherson im Süden der Ukraine mit zahlreichen Drohnen attackiert worden. Zwei Menschen seien dabei ums Leben gekommen. Zudem wurden Angriffe auf die Großstadt Saporischschja gemeldet. Dort seien drei Menschen verletzt worden, hieß es.
    In der russischen Provinz Krasnodar wurde nach Angaben der örtlichen Behörden der Hafen Taman mit ukrainischen Drohnen angegriffen. Dabei sei unter anderem ein Öl-Terminal beschädigt worden. Es gebe mehrere Feuer. Die Provinz liegt am Schwarzen Meer gegenüber der ‌2014 ‌von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, mehrere ukrainische Drohnen seien abgeschossen worden.
    Diese Nachricht wurde am 15.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.