Schutz vor Stichen
Mücken können lernen, Insektensprays anziehend zu finden

In zahlreichen Sprays gegen Stechmücken ist der insektenabweisende Wirkstoff DEET enthalten. Er gilt als sehr wirksam und wird beispielsweise zum Schutz vor Stichen bei Reisen in Malaria-Gebiete empfohlen. Jetzt haben Wissenschaftler jedoch einen unerwünschten Effekt entdeckt.

    Eine Stechmücke sitzt auf einer Hand.
    Der Effekt von Mückensprays lässt sich - unter Laborbedingungen - auch umkehren. (picture alliance / Bildagentur-online / Begsteiger / Bildagentur-online / Begsteiger)
    Labor-Experimente unter Leitung der Universitäten Tours in Frankreich und Virginia Tech in den USA zeigen, dass Mücken lernen können, den Geruch von DEET zu tolerieren und sogar mit Nahrung in Verbindung zu bringen. Im Versuch konnten Stechmücken durch ein Netz hindurch an einem Beutel mit warmem Blut saugen. Gleichzeitig wurde der Geruch DEET in die Luft gegeben. Nach lediglich vier Durchgängen versuchten die Mücken zu stechen, sobald sie DEET rochen – auch ohne dass sie einen Blut-Beutel vor sich hatten.
    In einem zweiten Versuch wurden den Mücken menschliche Hände angeboten, die entweder mit DEET behandelt waren oder nicht. Die konditionierten Mücken wurden von der DEET-behandelten Hand angezogen. Eine Kontrollgruppe mit unkonditionierten Mücken wurde dagegen zuverlässig vom DEET-Geruch abgeschreckt.
    Laut den Wissenschaftlern ist es allerdings eher unwahrscheinlich, dass Mücken in freier Wildbahn lernen, DEET mit Nahrung zu assoziieren. So etwas funktioniere nur unter Laborbedingungen. Sie empfehlen deshalb weiterhin, Mückensprays mit DEET zu verwenden.
    Hintergrund des Versuchs ist die Neuentwicklung von insektenabweisenden Wirkstoffen. Wie der Studienleiter erklärt, widersprechen die Ergebnisse gängigen Annahmen. Bisher war man davon ausgegangen, dass DEET durch seine chemischen Eigenschaften für Mücken schlecht rieche oder verhindere, dass die Insekten Menschen wahrnehmen können. Nun habe man zeigen können, dass man den Effekt der chemischen Eigenschaften durch gezielte Konditionierung umgehen könne.
    Diese Nachricht wurde am 01.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.