Donnerstag, 19. Mai 2022

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Musik-Drama in München
Eine "Salome" mit Atmosphäre

Düster und sehr atmosphärisch sei die Neuinszenierung des Musikdramas "Salome" von Richard Strauss in München, sagte Opernkritiker Jörn Florian Fuchs im Dlf. Regisseur Krzysztof Warlikowski inszeniere ein Spiel auf mehreren Ebenen.

Jörn Florian Fuchs im Gespräch mit Stefan Koldehoff | 28.06.2019

Marlis Petersen (im Vordergrund stehend) als Salome und Wolfgang Ablinger-Sperrhacke (im Hintergrund stehend) als Herodes in Krzysztof Warlikowskis Inszenierung von Richard Strauss' Salome an der Bayerischen Staatsoper
Marlis Petersen in der Titelrolle der Salome (Wilfried Hösl)
"Auf der Bühne gibt es zunächst am Anfang dieses Abends alles - aber nicht Salome", berichtet Opernkritiker Jörn Florian Fuchs im Dlf. Regisseur Krzysztof Warlikowski eröffnet die Inszenierung mit einem Auszug aus Gustav Mahlers "Kindertotenlieder" und mit Kabarett. Es geht sehr düster zu; Warlikowski arbeitet auch hier wieder viel mit Lichtstimmungen. Ein Theater im Theater - und trotzdem werde der Salome-Stoff konkret und tiefenpsychologisch inszeniert, so Fuchs.
"Eine fantastische Besetzung"
Kirill Petrenko leitete das Bayerische Staatsorchester bei dieser Premiere. "Es ist nie überzeichnet", lobt Jörn Florian Fuchs die musikalische Leistung des Orchesters. Neben Wolfgang Ablinger-Sperrhacke als Herodes stand Marlis Petersen in der Titelrolle auf der Bühne. Ihr gelinge das "Vokalurwüchsige" der Partie zu stemmen, findet Fuchs.
Sein Fazit: "Ein Abend, der jetzt nicht in jedem Punkt hundert Prozent logisch aufgeht, der aber unglaublich viel Atmosphäre hat".