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StartseiteKultur heuteStadt Aachen soll Preisgeld wieder freigeben 12.02.2019

Nach Auszeichnung für KuratorenStadt Aachen soll Preisgeld wieder freigeben

Die Kuratoren einer Ausstellung im Ludwig Forum Aachen wurden 2017 mit dem Justus-Bier-Preis geehrt - und mussten das Preisgeld im Anschluss an die Stadt abführen. "Ein empörender Vorgang", sagte Jury-Vorsitzender Stephan Berg nun im Dlf und erwägt, das Geld von der Stadt zurückzufordern.

Stephan Berg im Gespräch mit Stefan Koldehoff

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Stephan Berg, Intendant des Kunstmuseums Bonn (Fotograf: David Ertl)
Stephan Berg, Jury-Vorsitzender und Intendant des Kunstmuseums Bonn: "Pervertierung des Preises" (Fotograf: David Ertl)

Der Justus-Bier-Preis für Kuratorinnen und Kuratoren ist mit 5.000 Euro dotiert. 2017 ging der Preis an Brigitte Franzen, Andreas Beitin und Holger Otten für das Projekt und den Ausstellungskatalog "Mies van der Rohe: Montage Collage" im Ludwig Forum Aachen. Nun hat sich aber herausgestellt, dass sowohl Otten als auch Beitin ihr Preisgeld an die Stadt Aachen abgeben mussten. Stephan Berg, Intendant des Kunstmuseums Bonn und Vorsitzender der Jury, spricht im Deutschlandfunk von einem "empörenden Vorgang".

"Pervertierung des Preises"

Die Haltung der Stadt Aachen sei, so Berg, dass die Leistung der Preisträger in ihrer Dienstzeit erbracht wurde und deswegen das Preisgeld an die Stadt abgegeben werden müsste. Ziel und Zweck des Justus-Bier-Preises sei es aber, die Personen hinter und in den Institutionen auszuzeichnen. Seit zehn Jahren werde die Auszeichnung als personalisierter Preis direkt an die Kuratorinnen und Kuratoren vergeben. "Es wäre eine Pervertierung des Preises, wenn die jeweiligen Kommunen Anspruch auf das Preisgeld erheben", so Berg wörtlich.

Nächster Schritt: Geld zurückverlangen

Er kenne keinen vergleichbaren Fall, sagte Berg weiter. "Aber es ist ganz klar: die Stoßrichtung solcher personalisierten Preise muss erhalten werden. Ansonsten kann es solche Preise nicht mehr geben." Wenn keine gütliche Einigung mit der Stadt Aachen gefunden würde, wäre der nächste Schritt, das Geld zurückzuverlangen. "Dann würde uns nichts anderes übrig bleiben", so Berg.

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