Sicherheitspolitik
NATO-Generalsekretär Rutte sichert Ukraine mehr Unterstützung zu

Ungeachtet hybrider Bedrohungen durch Russland wird die NATO nach Angaben von Generalsekretär Rutte ihre Unterstützung für die Ukraine ausbauen. Russland versuche, die Entschlossenheit der Allianz zu untergraben und Hilfen für Kiew zu stoppen, sagte Rutte in Brüssel. Die Botschaft an Moskau sei aber klar. Die NATO werde noch mehr für die Ukraine tun, nicht weniger, betonte Rutte.

    NATO-Generalsekretär Mark Rutte steht an einem Rednerpult und gestikuliert im NATO-Hauptquartier in Brüssel.
    Nato-Generalsekretär Mark Rutte (Omar Havana / AP / dpa)
    Zuvor hatte die Regierung in Estland Russland für einen Brandanschlag auf ein Rüstungsunternehmen verantwortlich gemacht. Regierungschef Michal verwies auf Ermittlungsergebnisse der Sicherheitsbehörden. Das estnische Außenministerium bestellte den Geschäftsträger der russischen Botschaft ein. Der Anschlag galt der Firma Milrem Robotics. Sie entwickelt unbemannte Militärsysteme, die von der Ukraine eingesetzt werden. Russland wies die Vorwürfe zurück.

    Russland stockt Armee auf

    Russlands Präsident Putin hat angeordnet, die Armee des Landes weiter aufzustocken. Er unterzeichnete ein entsprechendes Dekret, das 15.500 zusätzliche Soldaten vorsieht. Die letzte Aufstockung der Armee fand im Juli statt. Der ukrainische Präsident Selenskyj warf Russland in seiner abendlichen Videoansprache vor, mit einer zusätzlichen Mobilmachung begonnen zu haben. Diese beziehe auch ausländische Staatsbürger mit ein, sagte Selenskyj. Ihm zufolge bereitet Nordkorea die Entsendung von 10.000 weiteren Soldaten vor.
    Die russische Armee setzte ihre Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew fort. Nach Agenturberichten waren in der Nacht mehrere Explosionen zu hören. Es habe Angriffe mit Drohnen und Raketen gegeben.

    Ehemaliger Moskau-Botschafter: Fehlende russische Verhandlungsbereitschaft wird immer offensichtlicher

    Der frühere deutsche Botschafter in Moskau, von Fritsch, sieht keine Grundlage für Verhandlungen mit Russland. Es fehle an elementaren Voraussetzungen, aus dem Kreml kämen stets nur Maximalforderungen, sagte von Fritsch im Deutschlandfunk . Er lobte dennoch das Treffen von Bundesaußenminister Wadephul mit dem russischen Amtskollegen Lawrow in New York. Es sei sinnvoll zu sagen, wo man stehe und wie es weiter gehe, wenn die andere Seite nicht zu Verhandlungen bereit sei.
    Von Frisch betonte, das westliche Bündnis müsse zusammenhalten und den wirtschaftlichen Druck auf Russland hoch halten. Die Folgen des Krieges seien immer offensichtlicher. Aus Sicht des früheren Diplomaten könnte sich die Haltung Putins ändern, wenn ihm in der Heimat der Machtverlust drohe.
    Diese Nachricht wurde am 29.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.