
Einige der neuen Drogen seien beunruhigenderweise wirksamer oder gefährlicher als zuvor. Weiter heißt es im Bericht des UNO-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung, Produzenten arbeiteten beharrlich an der Erfindung neuer synthetischer Stoffe. Ziel sei, Vorschriften zu umgehen oder den Fund der Drogen zu verhindern. Im Berichtsjahr 2024 seien fünfmal mehr Drogenarten sichergestellt worden als noch vier Jahre zuvor. 118 Substanzen seien erstmals im Umlauf gewesen.
Weltweit rund 331 Millionen Drogenkonsumenten
Den Schätzungen zufolge werden global vor allem Cannabis, Amphetamin und Kokain konsumiert. Die Forschungen würden darauf hinweisen, dass sich Kokain inzwischen von einer Ausgeh- zu einer Alltagsdroge entwickelt habe. Zudem würde sich die Kokain-Variante Crack in sozioökonomisch benachteiligten Bevölkerungsgruppen ausbreiten. Der Konsum von Opioiden wie etwa Heroin sei zuletzt hingegen weitgehend stabil geblieben.
Weltweit betrachtet gehen die Vereinten Nationen von rund 331 Millionen Drogenkonsumenten im Jahr 2024 aus - das entspricht einem Zuwachs von etwa 30 Prozent innerhalb von zehn Jahren.
Deutschland als Haupt-Umschlagplatz für Ketamin in Europa
Deutschland ist laut dem Bericht zu einem der wichtigsten Umschlagplätze für Ketamin in Europa aufgestiegen. Nur die Niederlande seien eine noch bedeutendere europäische Drehscheibe für den illegalen Handel mit dieser Substanz. Die Analyse bezieht sich auf die jüngsten vorliegenden Daten aus dem Zeitraum 2020 bis 2024.
Ketamin wird in der Medizin legal als Narkose- und Schmerzmittel eingesetzt. Es wird aber auch als Rauschmittel genutzt, oft gemischt mit anderen Drogen. Das meiste Ketamin, das auf dem europäischen Drogenmarkt lande, werde zuvor von legalen Produktionskanälen in Indien abgezweigt, hieß es in dem Bericht.
Ketamin fällt nicht unter das Betäubungsmittelgesetz
Die Vereinten Nationen wiesen darauf hin, dass Ketamin in Deutschland nicht durch das Betäubungsmittelgesetz geregelt wird, sondern durch das weniger strenge Arzneimittelgesetz. Ähnliches gelte auch in einigen anderen europäischen Staaten.
Ketamin-Abhängigkeit ist laut einer Studie der Universität Exeter häufig mit körperlichen Folgen wie Blasenbeschwerden und mit psychischen Folgen verbunden. Gerade bei Mischkonsum mit anderen Drogen sind lebensbedrohliche Zustände wie Atemstillstand oder Bewusstlosigkeit möglich.
Diese Nachricht wurde am 26.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
