
Hier finden Sie ein Dossier zur Wahl des Berliner Abgeordnetenhauses.
+++ Etwa 2,4 Millionen Menschen sind wahlberechtigt.
Das Mindestalter liegt nicht mehr bei 18, sondern bei 16 Jahren. Weitere Voraussetzung für die Wahlberechtigung ist eine deutsche Staatsbürgerschaft und dass man seit mindestens drei Monaten ununterbrochen in Berlin eine Wohnung gehabt oder sich sonst überwiegend in Berlin aufgehalten hat. Insgesamt hat das Land Berlin rund 3,9 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner.
+++ Die schwarz-rote Koalition wird ihre Mehrheit wohl verlieren.
Sowohl CDU als auch SPD werden laut Umfragen Verluste einfahren. Die künftige Regierung wird sich deshalb wohl aus drei Parteien zusammensetzen. Derzeit sind im Abgeordnetenhaus fünf Parteien vertreten. Neben CDU und Links-Partei sind das AfD, Grüne und SPD. Das BSW tritt am Sonntag zum ersten Mal an.
+++ In jedem Fall bekommt Berlin einen neuen Regierenden Bürgermeister - oder eine Bürgermeisterin.
Denn der amtierende Regierungschef Wegner hat seine Spitzenkandidatur für die CDU Anfang Juli zurückgezogen. Grund war anhaltende Kritik an seinem Krisenmanagement beim Stromausfall im Berliner Süden Anfang des Jahres. An Wegners Stelle hat die CDU Finanzsenator Stefan Evers als Spitzenkandidaten nominiert.
+++ Die Spitzenkandidatin der Linken: Elif Eralp
Die Linke tritt mit Elif Eralp an. Sie ist in München geboren. Ihre Eltern flohen 1980 aus der Türkei nach Deutschland. Eralp hat sich im Wahlkampf vor allem dem Thema Wohnen gewidmet. Ihr Ziel: große Immobilienkonzerne "vergesellschaften". Das Wort Enteigung nimmt sie nicht mehr in den Mund.
Viel Kritik - insbesonders aus der CDU - gab es an der Haltung der Linken zu Antisemitismus in den eigenen Reihen. CDU-Spitzenkandidat Evers warf Eralp vor, nicht in ausreichendem Maße dagegen vorzugehen.
+++ Die weiteren Spitzenkandidaten
Der Spitzenkandidat der SPD, Steffen Krach, musste einen schweren Schlag hinnehmen. Knapp zwei Wochen vor der Wahl wurde bekannt, dass ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen ihn läuft. Krach hat den Verdacht der Vorteilsannahme in seiner Zeit als Präsident der Region Hannover zurückgewiesen. Im Wahlkampf machte er sich unter anderem für eine Rücknahme der Kürzungen beim Wohngeld stark.
Grünen-Spitzenkandidat ist Werner Graf. Er hat sich offen gezeigt für ein Bündnis mit der Linken, schließt aber auch ein Bündnis mit der CDU nicht aus. Ihm könnte die Rolle des Königsmachers zufallen.
Die AfD geht zum dritten Mal mit Kristin Brinker auf Platz 1 der Landesliste in eine Abgeordnetenhauswahl. Ob der Landesverfassungsschutz den Berliner AfD-Landesverband beobachtet, ist nicht bekannt. Er gibt darüber nicht öffentlich Auskunft.
Das BSW tritt erstmals zur Abgeordnetenhauswahl an. Ihr Spitzenduo besteht aus Alexander King und Michael Lüders.
+++ Themen im Wahlkampf: Innere Sicherheit, Sauberkeit und Verkehr
Die Zahl der registrierten Straftaten mit Schusswaffen ist in Berlin drastisch angestiegen - um 68 Prozent von 2024 auf 2025. Nach dem mutmaßlich islamistischen Anschlag auf den CSD am 25. Juli gewann das Thema Innere Sicherheit noch einmal zusätzlich an Relevanz. Insbesondere die CDU hat dieses Thema im Wahlkampf besetzt.
Alle großen Parteien versprachen zudem, gegen die Vermüllung des öffentlichen Raums in Berlin vorzugehen. Die Grünen erklärten, sich für einen Ausbau von Radwegen und mehr Klimaschutz einzusetzen.
+++ Parallel zur Abgeordnetenhauswahl werden auch die Bezirksverordnetenversammlungen neu gewählt.
Die Hürde für den Einzug liegt bei drei Prozent.






