
Wir beenden die Arbeit an diesem Newsblog. Hier halten wir Sie über die wichtigsten Entwicklungen nach den Landtagswahlen auf dem Laufenden.
+++ In Berlin ist die Linke bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus mit 25,7 Prozent stärkste Kraft geworden.
Dahinter folgen CDU (18,8 Prozent), AfD (16,3 Prozent), Grüne (14,3 Prozent) und SPD (12,1 Prozent), wie die Landeswahlleitung nach Auszählung aller Stimmen mitteilte. Das BSW scheiterte mit 4,7 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde. Die FDP kam auf 2,5 Prozent der Zweitstimmen, die sonstigen Parteien auf 5,7 Prozent.
Die derzeit in Berlin regierende CDU/SPD-Koalition hat damit ihre Mehrheit verloren. Als wahrscheinlichste Koalition gilt ein rot-grün-rotes Bündnis unter Führung der Linken.
+++ Die Linke geht davon aus, dass die Partei in Sondierungsgespräche für eine Koalition gehen wird.
Landes-Co-Chefin Wolter sagte, am Montag werde sich der Vorstand treffen und den Landesparteitag am Freitag vorbereiten. Dort solle entschieden werden, ob Sondierungsgespräche mit anderen Parteien aufgenommen werden. Sie sei zuversichtlich, dass wir mit diesem Ergebnis im Rücken in Gespräche gehen werden», sagte Wolter der Deutschen Presse-Agentur auf der Wahlparty ihrer Partei.
+++ Der Linken-Politiker Ramelow hat Warnungen des Zentralrats der Juden vor antisemitischen Positionen im Berliner Landesverband der Linkspartei zurückgewiesen.
Er habe "null Verständnis für eine derartige Erklärung", sagte Ramelow dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Spitzenkandidatin Eralp sei mit ausgestreckter Hand auf die jüdische Landesgemeinde zugegangen.
Schuster hatte sich nach dem Wahlsieg der Linken beunruhigt gezeigt und warf der Partei antisemitische Grenzüberschreitungen vor
+++ Nach dem Sieg der Linken bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin will Spitzenkandidatin Eralp als Regierende Bürgermeisterin die sogenannte Vergesellschaftung von Wohnungsbaukonzernen umsetzen.
Eralp zeigte bei dem Thema am Wahlabend keine Kompromissbereitschaft. Sie sagte, die Mietenkrise sei die größte soziale Frage der Stadt. Zur Lösung gehöre die Umsetzung des Volksentscheids „Deutsche Wohnen & Co enteignen“.
Das Thema der "Vergesellschaftung" großer Wohnungskonzerne gilt insbesondere für eine Zusammenarbeit mit der SPD als mögliches Hindernis, während die Grünen dafür offen sind. Konkret geht es um eine Enteignung gegen Entschädigung. Wie genau dies umgesetzt werden könnte, ist noch offen.

Kritiker hatten vor negativen Folgen für den Wirtschaftsstandort gewarnt und auch angemerkt, dass dadurch keine neuen Wohnungen entstehen würden. Die schwarz-rote Koalition im Bund hatte angekündigt, sie wolle die Enteignung von Wohnungskonzernen verbieten.
+++ SPD-Politikerin Giffey nicht wieder im Abgeordnetenhaus.
In ihrem Wahlkreis in Rudow im Bezirk Neukölln verpasste die Senatorin für Wirtschaft ein Direktmandat, wie aus der Ergebnispräsentation der Landeswahlleitung hervorgeht. Sie unterlag demnach mit 26,3 Prozent knapp dem CDU-Kandidaten Schenk, der auf 27,7 Prozent kam. Bei der Aufstellung der Bezirksliste war die Politikerin nicht berücksichtigt worden.
+++ Neue ARD-Hochrechnung: BSW nicht im Abgeordnetenhaus
Laut der neuen Hochrechnung von infratest dimap für die ARD kommt das BSW nur noch auf 4,8 Prozent und würde damit den Einzug in das Abgeordnetenhaus verpassen. Damit hätten rechnerisch auch CDU, Grüne und SPD eine Regierungsmehrheit.
+++ Die Linke hatte am Sonntag auf ihrer Wahlparty im Bezirk Neukölln Besuch von dem berüchtigten Clan-Chef Isso Remmo.
Spitzenkandidatin Eralp sagte dem ZDF, er sei nicht eingeladen gewesen und wieder hinausgeschickt worden. "Mit organisierter Kriminalität haben wir nichts zu tun, die bekämpfen wir", beteuerte sie. Berlins scheidender Regierender Bürgermeister Wegner hatte auf der Plattform X geschrieben, Remmos Auftauchen auf der Wahlparty sei "ein verstörendes Signal". Mitgliedern des Remmo-Clans werden zahlreiche Straftaten vorgeworfen. Einige wurden unter anderem wegen des Einbruchs in das Grüne Gewölbe in Dresden 2019 verurteilt. Laut der Links-Partei war die Wahlparty öffentlich, auch ungeladene Menschen hatten Zutritt.
+++ Wegner (CDU) verteidigt Direktmandat - Giffey (SPD) nicht mehr im Abgeordnetenhaus
Der scheidende Regierende Bürgermeister setzte sich mit 32 Prozent im Wahlkreis Spandau 5 durch. Die frühere Bundesministerin und Regierende Bürgermeisterin Giffey verpasste dagegen in ihrem Wahlkreis in Rudow das Direktmandat.
+++ Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus hat SPD-Spitzenkandidat Krach ein Direktmandat verfehlt.
Der 47-jährige SPD-Landeschef kam im Wahlkreis Steglitz-Zehlendorf 2 nur auf Platz drei hinter Tom Cywinski (CDU) und Daniel Eliasson (Grüne). Krach dürfte aber über die Bezirksliste in das Parlament einziehen.
+++ Die Co-Vorsitzende der Berliner Linken, Wolter, geht davon aus, dass die Partei in Sondierungsgespräche für eine Koalition gehen wird.
Am Montag werde sich der Landesvorstand treffen und den Landesparteitag am Freitag vorbereiten. Dort solle entschieden werden, ob Sondierungsgespräche mit anderen Parteien aufgenommen werden. Sie sei zuversichtlich, dass das passieren werde. Spitzenkandidatin Elif Eralp hatte zuvor bereits erklärt, dass sie Regierende Bürgermeisterin werden will.
+++ CDU auf Platz 2 - Spitzenkandidat Evers will trotzdem "Gespräche" führen
Es würden in den kommenden Tagen Gespräche stattfinden, "wie man mit den Ergebnissen umgehen kann", sagte Evers vor Journalisten. Das Wort "Sondierungsgespräche" verwendete Evers nicht. Nach den Hochrechnungen, die bis 20.15 Uhr von ARD und ZDF vorlagen, hätte eine CDU-geführte Koalition mit Grünen und SPD keine Mehrheit im Abgeordnetenhaus.
+++ Die Linken-Bundesvorsitzende Schwerdtner hat es als "Wahnsinn" bezeichnet, dass Bundeskanzler Merz nach den Wahlergebnissen von Berlin und Mecklenburg-Vorpommern an seiner Reformpolitik festhält.
"Wie kann man sich um 18 Uhr hinstellen und sagen, dass es so weitergeht wie bisher?", fragte Schwerdtner im ZDF. Die Linke werde schon am kommenden Wochenende mit den Gewerkschaften auf die Straße gehen und weiter dagegen demonstrieren.
+++ Nach Ansicht des Grünen-Spitzenkandidaten Graf muss der Berliner Volksentscheid aus dem Jahr 2021 zur Enteignung großer Wohnungskonzerne nun umgesetzt werden.
"Wir haben natürlich einen Auftrag, auch die Regierung hat einen Auftrag, diesen Volksentscheid umzusetzen", sagte Graf.
+++ Der ehemalige Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Gysi, plädiert für ein neues Referendum über die Frage einer Vergesellschaftung von Wohnungsunternehmen in Berlin.
Der Volksentscheid aus dem Jahr 2021, bei dem die Mehrheit der Berliner für eine Vergesellschaftung gestimmt hatte, habe nur empfehlenden Charakter gehabt, führte Gysi aus. Sollte es bei einem weiteren Referendum erneut eine Mehrheit dafür geben, wäre die Vergesellschaftung gegen Entschädigung per Gesetz umzusetzen.

Gysi appellierte an seine Partei, als Wahlsiegerin eine neue Rolle anzunehmen. "Wenn du die stärkste Kraft in einer Stadt bist, darfst du nicht nur die Interessen deiner Wählerinnen und Wähler vertreten. Du hast plötzlich eine Verantwortung für die gesamte Stadt."
+++ Der Zentralrat der Juden zeigt sich besorgt angesichts des absehbaren Wahlsiegs der Linken in Berlin.
Die Partei sei im Wahlkampf wiederholt mit antisemitischen Grenzüberschreitungen aufgefallen, erklärte Zentralratspräsident Schuster. Er appelliere an SPD und Grüne, der Partei nicht ins Rote Rathaus zu verhelfen.
+++ Die Grünen streben nach der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus eine rot-grün-rote Koalition an.
"Wir wollen jetzt Verantwortung übernehmen und gemeinsam mit SPD und Linken ein progressives Bündnis für Berlin schmieden", erklärten die beiden Landesvorsitzenden Stahr und Ghirmai. Der Co-Bundesvorsitzende Banaszak schränkte ein: "Es braucht ein klares Bekenntnis gegen Antisemitismus, ansonsten wird es mit uns nicht funktionieren."

+++ Der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Hoffmann, wertet den Wahlausgang in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern als Enttäuschung für die Union.
Die Wahlergebnisse änderten aber nichts am Reformbedarf in diesem Land, sagt Hoffmann in der ARD. Die Koalition müsse nun dafür werben und Vertrauen erzeugen, "dass die Menschen spüren, dass es diesem Land nach den Reformen besser gehen wird als vor den Reformen".
+++ Die Spitzenkandidatin der Linken und Wahlsiegerin Elif Eralp will in einer Koalition die Enteignung von Wohnungsunternehmen durchsetzen.
"Wir müssen vergesellschaften, den Volksentscheid umsetzen und die Spekulation aus Berlin verdrängen", sagt sie im ARD-Fernsehen. Die SPD, ein möglicher Bündnispartner, lehnt eine Vergesellschaftung ab.
+++ Die ehemalige Regierende Bürgermeisterin von Berlin, Giffey (SPD), hat nach der historischen Niederlage ihrer Partei bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus Konsequenzen gefordert.
Giffey sprach im ZDF von einer "Zäsur". Angesichts dieser Pleite müsse es "personelle und inhaltliche Konsequenzen" in der SPD geben.
+++ Der SPD-Co-Vorsitzende Klingbeil will als Konsequenz aus den Wahlergebnissen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin das Regierungshandeln auf den Prüfstand stellen.
"Wir müssen als Bundesregierung analysieren, warum es diese große Unsicherheit im Land gibt", sagt Klingbeil im ARD-Fernsehen. Einer Personaldebatte über seine Person und Co-Chefin Bas erteilt er eine Absage.
+++ Die Linke hat laut ARD-Hochrechung Stimmen von den Grünen und der SPD gewonnen und vor allem Nichtwähler mobilisiert.
Zudem hätten überdurchschnittlich viele junge Menschen in Berlin die Linke gewählt, heißt es bei infratest-dimap.
+++ SPD-Generalsekretär Klüssendorf: "Einfache Antworten haben stark gezogen"
Das Ergebnis in Berlin nannte Klüssendorf "extrem enttäuschend". Er sagte im ZDF, die Bundesregierung müsse sich insgesamt hinterfragen. Man könne bei den Reformen nicht mit dem Kopf durch die Wand. Die Bundesregierung müsse Korrekturen vornehmen. Es dürfe bei den Reformen "nicht nur um Kürzungen" gehen; es brauche strukturelle Veränderungen.
+++ Die Linke liegt in der ersten Hochrechnung bei 24,8 Prozent.
Die Hochrechnung von infratest dimap von 18:28 Uhr: Linke 24,8 - CDU 20,0 - AfD 15,7 - Grüne 15,0 - SPD 12,0 - BSW 5,0.
Die Hochrechnung der Forschungsgruppe Wahlen sieht die Linke noch deutlicher vorne.
+++ CDU-Spitzenkandidat Evers spricht von "gemischten Gefühlen".
Evers erklärte auf der Wahlparty seiner Party, das Ergebnis in Berlin sei kein Grund zur Freude. Die CDU habe sich aber erfolgreich gegen einen Abwärtstrend gestemmt. Für die Ausgangslage sei es ein ordentliches Ergebnis.

+++ AfD-Spitzenkandidatin Brinker: "Werden wichtige Rolle in der Opposition spielen"
Brinker sagte im ARD-Fernsehen, man könne künftig viele Themen auf die Tagesordnung zu bringen.
+++ Kanzler Merz hält CDU-Abschneiden in Berlin für "ordentlich".
Merz trat nach der Sitzung des Parteipräsidiums vor die Presse. Im Gegensatz zum Abschneiden der CDU in Mecklenburg-Vorpommern zeigte sich der Kanzler mit dem Ergebnis in Berlin zufriedener.

+++ SPD-Spitzenkandidat Krach: "Katastrophales Ergebnis"
Krach räumte eine deutliche Niederlage der Sozialdemokraten ein. Er sprach von einer Zäsur für die Partei. Man habe es nicht geschafft, die Menschen in Berlin zu erreichen.
+++ Linke-Spitzenkandidatin Eralp dankt Wahlkämpferinnen und Wahlkämpfern.
Unter großem Applaus sagte Eralp auf der Wahlparty in Berlin, Liebe habe über Hass gewonnen.
+++ Prognose der Forschungsgruppe Wahlen sieht Linke noch deutlicher vorne.
Wie immer gibt es kleinere Unterschiede bei der Prognose der Forschungsgruppe Wahlen (ZDF). Dort wird die Linke bei 26,0 Prozent gesehen, die CDU ebenfalls bei 20,0 Prozent.
+++ Die Linke liegt in Berlin laut der Prognose von infratest dimap deutlich vor der CDU.
Die Prognose im Detail (in Prozent): Linke 24,5 - CDU 20,0 - AfD 16,0 - Grüne 15,0 - SPD 12,0 - BSW 5,0 - FDP 2,5.
Die Wahlbeteiligung liegt mit 75,0 Prozent deutlich höher als bei der letzten Wahl (+12,1 Prozentpunkte).
+++ Bis zum Mittag haben mehr Menschen ihre Stimme in den Wahllokalen abgegeben als um die gleiche Uhrzeit bei der Wahl 2023.
Bis 12 Uhr wählten 27,9 Prozent der Wahlberechtigten, wie der Landeswahlleiter in der Bundeshauptstadt mitteilte. 2023 lag die Wahlbeteiligung zum gleichen Zeitpunkt demnach bei 23,4 Prozent.
+++ Nun hat auch CDU-Spitzenkandidat Evers seine Stimme abgegeben.
Er stimmte in Berlin-Friedrichshain ab.

+++ Weitere Spitzenkandidaten sowie der der scheidende Regierende Bürgermeister von Berlin, Wegner, haben abgestimmt.
Wegner sagte laut Tagesschau, er hoffe, dass viele Menschen von ihrem Wahlrecht Gebrauch machten. Auch AfD-Kandidatin Brinker gab ihre Stimme ab. Grünen-Kandidat Graf und SPD-Kandidat Krach hatten bereits am Vormittag gewählt. CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers wollte gegen Mittag in Friedrichshain seine Stimme abgeben, die Linken-Kandidatin Elif Eralp will nicht öffentlich wählen.
+++ In Berlin-Pankow stimmen einige Wählerinnen und Wähler bei der Abgeordnetenhauswahl auf dem Gelände einer Moschee ab.
Scharjil Khalid, Imam und islamischer Theologe in der Khadija-Moschee, sagte, Kirchen und andere religiöse Einrichtungen seien schon längst als Wahllokale aktiv. In diesem Sinne sei es eine Art der demokratischen Neutralität oder der demokratischen Normalität, dass jetzt auch die Moschee als Wahllokal fungiere. Das Wahllokal auf dem Gelände der Moschee sei ein Zeichen, dass Islam und Muslime zu Berlin und Deutschland gehörten. Der Tag sei einer der wichtigsten Tage der Demokratie, so Khalid.

+++ An einzelnen Wahllokalen in Berlin wurden laut der Wahlleitung Graffitis oder Schmierereien entdeckt, bei denen es um Aufrufe gegen die AfD ging.
Diese seien nach Möglichkeit entfernt worden, sagte Landeswahlleiter Bröchler. Er nannte zunächst zwei Fälle in Steglitz. Eine dpa-Reporterin berichtete von entsprechenden Schriftzügen, die vor einem Wahllokal in einer Grundschule im Ortsteil Kladow unkenntlich gemacht wurden.
+++ Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin haben die ersten Spitzenkandidaten ihre Stimme abgegeben.
Werner Graf von den Grünen und Steffen Krach von der SPD wählten am Sonntag im Bezirk Tempelhof-Schöneberg.

+++ Die Berliner Landeswahlleitung hat darauf hingewiesen, dass bei der Stimmabgabe im Wahllokal keine politischen Bekenntnisse erlaubt sind.
Wahllokale seien kein Ort parteipolitischer Manifestationen, sagte Landeswahlleiter Stephan Bröchler. Das gelte im Übrigen nicht nur für Wählerinnen und Wähler, sondern auch für die Wahlhelfer im Wahllokal. Als politische Manifestationen können etwa Äußerungen zugunsten einer Partei, aber auch Plakate, Kleidungsstücke, Aufkleber oder Symbole gewertet werden. Betreffende können des Wahllokals verwiesen werden.
+++ Seit acht Uhr haben die Wahllokale in Berlin geöffnet.
In der Hauptstadt sind rund 2,5 Millionen Menschen aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Die Stimmabgabe in den mehr als 2.500 Wahllokalen ist bis 18 Uhr möglich.
+++ Die Ergebnisse der Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin haben auch bundespolitische Bedeutung.
Je nachdem, wie die CDU abschneidet, dürfte die Debatte über die Zukunft von Parteichef und Bundeskanzler Merz wieder Fahrt aufnehmen. Er hat anders als bei früheren Landtagswahlen das komplette Präsidium für den frühen Abend zu Beratungen nach Berlin eingeladen.
Merz steht seit der Niederlage der CDU bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt Anfang September massiv unter Druck. Dort hatten die Christdemokraten ihr vorheriges Ergebnis halbiert, während die AfD nur knapp die absolute Mehrheit verfehlte.
Samstag, 19. September
+++ In Berlin-Charlottenburg sind Wahlkämpfer der Linken beim Haustüreinsatz angegriffen worden.
Der unbekannte Täter habe gestern Abend nach einem Streitgespräch über Wahlwerbung ein 36-jähriges Parteimitglied mehrmals mit einer Faust ins Gesicht geschlagen, teilte die Polizei mit. Der Mann sei am Kopf verletzt worden, habe eine medizinische Behandlung aber abgelehnt. Der Täter sei geflüchtet, der Staatsschutz ermittle.
+++ Die Wohnung eines Mitarbeiters von AfD-Spitzenkandidatin Brinker ist durchsucht worden.
Die Staatsanwaltschaft teilte mit, es habe der Verdacht eines Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz und das Waffengesetz bestanden. Es seien keine Beweismittel zum Tatvorwurf entdeckt worden, dafür aber nach Berichten von Bild-Zeitung und B.Z. Drogen und Nazi-Devotionalien.
+++ Einen Tag vor den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin geht heute der Wahlkampf der antretenden Parteien zuende.
In Berlin gibt es noch einmal größere Veranstaltungen vom BSW und von der CDU. Es zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab. In Umfragen liegt die Linke mit Spitzenkandidatin Eralp knapp vor der CDU. Der regierende Bürgermeister Wegner tritt nicht erneut an, Spitzenkandidat der CDU ist Finanzsenator Evers.
Hier finden Sie ein Dossier zur Wahl des Berliner Abgeordnetenhauses.
+++ Etwa 2,4 Millionen Menschen sind wahlberechtigt.
Das Mindestalter liegt nicht mehr bei 18, sondern bei 16 Jahren. Weitere Voraussetzung für die Wahlberechtigung ist eine deutsche Staatsbürgerschaft und dass man seit mindestens drei Monaten ununterbrochen in Berlin eine Wohnung gehabt oder sich sonst überwiegend in Berlin aufgehalten hat. Insgesamt hat das Land Berlin rund 3,9 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner.
+++ Die schwarz-rote Koalition wird ihre Mehrheit wohl verlieren.
Sowohl CDU als auch SPD werden laut Umfragen Verluste einfahren. Die künftige Regierung wird sich deshalb wohl aus drei Parteien zusammensetzen. Derzeit sind im Abgeordnetenhaus fünf Parteien vertreten. Neben CDU und Links-Partei sind das AfD, Grüne und SPD. Das BSW tritt am Sonntag zum ersten Mal an.
+++ In jedem Fall bekommt Berlin einen neuen Regierenden Bürgermeister - oder eine Bürgermeisterin - für die CDU tritt Finanzsenator Stefan Evers an.
Denn der amtierende Regierungschef Wegner hat seine Spitzenkandidatur für die CDU Anfang Juli zurückgezogen. Grund war anhaltende Kritik an seinem Krisenmanagement beim Stromausfall im Berliner Süden Anfang des Jahres. An Wegners Stelle hat die CDU Stefan Evers als Spitzenkandidaten nominiert.
Evers ist seit 2023 Finanzsenator in Berlin. Er wurde erst zehn Wochen vor der Abgeordnetenhauswahl ins Rennen geschickt. Der Rechtswissenschaftler arbeitete früher im Bundestag sowie bei einer Unternehmensberatung mit einem Schwerpunkt auf maritimer Wirtschaft. Seine Schwerpunktthemen sind Sicherheit, ein strikter Sparkurs und eine sauberere Stadt. Für Aufmerksamkeit sorgte er mit den Vorschlägen, Bürgergeldempfänger zum Müllsammeln zu verpflichten oder einen Verfassungstreuecheck für Beamte einzuführen. Evers kommt ursprünglich aus dem Ruhrgebiet.
+++ Die Spitzenkandidatin der Linken: Elif Eralp
Die Linke tritt mit Elif Eralp an. Sie ist in München geboren. Ihre Eltern flohen 1980 aus der Türkei nach Deutschland. Eralp hat sich im Wahlkampf vor allem dem Thema Wohnen gewidmet. Ihr Ziel: große Immobilienkonzerne "vergesellschaften". Das Wort Enteigung nimmt sie nicht mehr in den Mund.
Viel Kritik - insbesonders aus der CDU - gab es an der Haltung der Linken zu Antisemitismus in den eigenen Reihen. CDU-Spitzenkandidat Evers warf Eralp vor, nicht in ausreichendem Maße dagegen vorzugehen.
+++ Die weiteren Spitzenkandidaten
Der Spitzenkandidat der SPD, Steffen Krach, musste einen schweren Schlag hinnehmen. Knapp zwei Wochen vor der Wahl wurde bekannt, dass ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen ihn läuft. Krach hat den Verdacht der Vorteilsannahme in seiner Zeit als Präsident der Region Hannover zurückgewiesen. Im Wahlkampf machte er sich unter anderem für eine Rücknahme der Kürzungen beim Wohngeld stark.
Grünen-Spitzenkandidat ist Werner Graf. Er hat sich offen gezeigt für ein Bündnis mit der Linken, schließt aber auch ein Bündnis mit der CDU nicht aus. Ihm könnte die Rolle des Königsmachers zufallen.
Die AfD geht zum dritten Mal mit Kristin Brinker auf Platz 1 der Landesliste in eine Abgeordnetenhauswahl. Ob der Landesverfassungsschutz den Berliner AfD-Landesverband beobachtet, ist nicht bekannt. Er gibt darüber nicht öffentlich Auskunft.
Das BSW tritt erstmals zur Abgeordnetenhauswahl an. Ihr Spitzenduo besteht aus Alexander King und Michael Lüders.
+++ Themen im Wahlkampf: Innere Sicherheit, Sauberkeit und Verkehr
Die Zahl der registrierten Straftaten mit Schusswaffen ist in Berlin drastisch angestiegen - um 68 Prozent von 2024 auf 2025. Nach dem mutmaßlich islamistischen Anschlag auf den CSD am 25. Juli gewann das Thema Innere Sicherheit noch einmal zusätzlich an Relevanz. Insbesondere die CDU hat dieses Thema im Wahlkampf besetzt.
Alle großen Parteien versprachen zudem, gegen die Vermüllung des öffentlichen Raums in Berlin vorzugehen. Die Grünen erklärten, sich für einen Ausbau von Radwegen und mehr Klimaschutz einzusetzen.
+++ Parallel zur Abgeordnetenhauswahl werden auch die Bezirksverordnetenversammlungen neu gewählt.
Die Hürde für den Einzug liegt bei drei Prozent.










