Dienstag, 07. Dezember 2021

Newsblog zum Coronavirus+++ Die Entwicklungen vom 20. und 21. Oktober +++

Der Anstieg der Corona-Fallzahlen könnte sich nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts bald beschleunigen. +++ In den ersten 16 Monaten der Corona-Pandemie könnten laut WHO rund 115.000 Pflegekräfte weltweit an Covid-19 gestorben sein. +++ Mehrere Bundesländer registrieren einen vermehrten Betrug mit gefälschten Impfnachweisen. +++ Mehr im Newsblog.

20.10.2021

Menschen gehen durch die Fußgängerzone in Leverkusen
Shopping in der Fußgängerzone in Leverkusen (picture alliance/ dpa/ Oliver Berg)
Die aktuellen Entwicklungen rund um das Corona-Virus finden Sie hier.
Donnerstag, 21. Oktober
+++ Der Anstieg der Corona-Fallzahlen könnte sich nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts bald beschleunigen.
Damit sei im weiteren Verlauf des Herbstes und Winters zu rechnen, schreibt das RKI in seinem jüngsten Wochenbericht zur Pandemie. Hingewiesen wird darin auch auf einen deutlichen Anstieg bei Ausbrüchen in medizinischen Einrichtungen sowie in Alten- und Pflegeheimen. So sei in der vergangenen Woche die Sieben-Tage-Inzidenz bei Menschen über 90 Jahre zum ersten Mal seit Anfang Mai wieder auf über 50 gestiegen. Hochbetagte gelten als besonders gefährdet, bei einer Infektion schwere und tödliche Verläufe zu erleiden.
+++ Die Biontech/Pfizer-Impfung senkt laut einer Studie das Risiko einer Infektion mit der Delta-Variante des Corona-Virus bei Jugendlichen um 90 Prozent.
Sie schütze zudem zu 93 Prozent vor einer Erkrankung mit Symptomen bei dieser Virus-Variante, wie eine Sprecherin der israelischen Krankenkasse Clalit bestätigte. Gemeinsam mit Forschern von der Harvard-Universität (USA) habe man Daten von 94.354 zweifach geimpften Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren ausgewertet, hieß es in einer Mitteilung.
+++ In den ersten 16 Monaten der Corona-Pandemie könnten nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rund 115.000 Pflegekräfte weltweit an Covid-19 gestorben sein.
Die Organisation führt das unter anderem auf schlechte Ausstattung vor allem zu Beginn der Pandemie und mangelnde Verteilung der Impfstoffe in ärmeren Ländern zurück. In Afrika seien nur zehn Prozent der Pflegekräfte gegen das Coronavirus geimpft worden, in den meisten reichen Ländern seien es 80 Prozent.
WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus appellierte an die größten Volkswirtschaften, die G20, bei ihrem Gipfel in Rom ab 30. Oktober neue Anstrengungen für eine fairere Verteilung der Impfstoffe zu machen.
+++ Mit dem Ende kostenloser Corona-Tests registrieren die Bundesländer offenbar vermehrten Betrug mit gefälschten Impfnachweisen.
Das Landeskriminalamt in Nordrhein-Westfalen etwa teilte dem Evangelischen Pressedienst mit, die Täter, die mit dem Verkauf gefälschter Zertifikate Profit machen wollten, agierten zum Teil hoch professionell. So gebe es Fälle, die einen größer angelegten Handel mit Fälschungen vor allem im Internet vermuten ließen. In Berlin spreche die Polizei zwar nicht von Handel, hieß es weiter. Sie nehme dort aber entsprechende Angebote von Einzelpersonen in Messenger-Diensten wahr. Übereinstimmend meldeten mehrere Bundesländer, dass Fälschungen vermehrt in Apotheken auffielen, wenn Kunden nach einem Zertifikat für den digitalen Nachweis fragten.
In der politischen Diskussion ist derzeit eine Anhebung des Strafmaßes für die Fälschung von Impfnachweisen. Künftig soll die Tat demnach als Urkundenfälschung bewertet werden. Wie es heißt, wird sich auch die Ministerpräsidentenkonferenz heute und morgen in Königswinter mit dem Thema befassen.
+++ Russlands Hauptstadt Moskau geht wieder in den Corona-Lockdown.
Wegen steigender Infektionszahlen müssten ab Mitte kommender Woche alle Geschäfte, Bars und Restaurants schließen, kündigte Bürgermeister Sobjanin an. Es dürften nur Läden für den täglichen Bedarf wie Supermärkte und Apotheken geöffnet bleiben.
Eine Frau in einem Moskauer Bus trägt eine Maske
Die Infektionszahlen sind in Russland den Behörden zufolge zuletzt sprunghaft gestiegen (AFP/Yuri Kadobnov)
Die Zahl der Corona-Ansteckungen in Russland war in den vergangenen Tagen auf neue Höchstwerte gestiegen. Auch die Zahl der Gestorbenen im Zusammenhang mit dem Virus erreichte einen Rekordstand. Am Samstag überschritt sie erstmals die Schwelle von 1.000 Todesfällen binnen 24 Stunden. Die Regierung macht insbesondere die mangelnde Impfbereitschaft für die Entwicklungen verantwortlich.
+++ Hunderttausende Kinder haben es nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungsgesellschaft in der Corona-Pandemie verpasst, Schwimmen zu lernen.
Ein DLRG-Sprecher sagte, ein kompletter Schuljahrgang habe nicht unterrichtet werden können. Mehr zum Thema in unserer ausführlichen Meldung.
+++ Industrienationen und Pharmakonzerne haben laut Entwicklungsorganisationen zu wenig Corona-Impfstoffe an arme Länder gespendet.
Von den zugesagten 1,8 Milliarden Impfdosen hätten reiche Länder wie Deutschland, Kanada und die USA bisher 261 Millionen Dosen geliefert, erklärte das Bündnis "People's Vaccine Alliance" in Berlin. In einem Bericht heißt es, bisher seien 1,3 Prozent der Menschen in Ländern mit niedrigem Einkommen vollständig geimpft. Die Weltgesundheitsorganisation hat das Ziel ausgegeben, bis Ende dieses Jahres eine weltweite Impfquote von mindestens 40 Prozent zu erreichen.
Dem Bündnis "People's Vaccine Alliance" gehören mehr als 70 Hilfs- und Entwicklungsorganisationen an. Sie setzen sich für eine Freigabe der Patente und eine gerechte Verteilung von Corona-Impfstoffen ein.
+++ Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Infektionen in Deutschland ist erneut deutlich gestiegen.
Nach Angaben des Robert Koch-Instituts liegt sie nun bei 85,6 - nach 80,4 am Vortag. Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI 16.077 Neuinfektionen. 67 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Krankheitserreger.
Unser ausführlicher Blick aufs Thema: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland
+++ Indien hat eine mittlerweile Milliarde Impfdosen an die Bevölkerung verabreicht.
Eine Gesundheitsmitarbeiterin impft eine Frau in Mumbai, Indien. 
Impfzentrum in Mumbai: Mittlerweile wurden eine Milliarde Dosen verabreicht. (picture alliance / Zumapress / Ashish Vaishnav)
Das teilt das Gesundheitsministerium des Landes mit, in dem knapp 1,4 Milliarden Menschen leben. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen steigt den Angaben zufolge binnen eines Tages um 18.454 auf mehr als 34,13 Millionen. 160 weitere Menschen seien mit oder an dem Coronavirus gestorben. Seit Beginn der Pandemie seien damit fast 453.000 Menschen nachweislich in Zusammenhang mit dem Virus verstorben.
Indien hatte von April bis Juni eine schwere zweite Welle mit zeitweise täglich mehr als 400.000 neuen Infektionsfällen und mehr als 4.000 Toten erlebt.
+++ Die französische Abgeordnetenversammlung hat für eine Verlängerung des Einsatzes des Gesundheitspasses gestimmt.
Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, verabschiedeten die Abgeordneten in Paris den entsprechenden Gesetzesvorschlag der Regierung in der Nacht zum Donnerstag mit einer Mehrheit von 135 zu 125 Stimmen. Demnach soll der umstrittene Pflichtnachweis noch bis Juli 2022 eingesetzt werden können.
In Frankreich muss der Gesundheitspass für viele Veranstaltungen und an vielen öffentlichen Orten vorgelegt werden. Er weist eine vollständige Impfung gegen Covid-19, eine Genesung oder einen negativen Corona-Test nach.
+++ In den USA sind jetzt Auffrischungsimpfungen mit den Wirkstoffen von Moderna und Johnson & Johnson zugelassen.
Nach der Entscheidung der Arzneimittelbehörde FDA können Senioren und besonders gefährdete Personen eine Moderna-Drittimpfung erhalten. Die sogenannte Booster-Impfung mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson ist für alle Erwachsenen zugelassen. Auffrischungsimpfungen mit Biontech-Pfizer sind in den USA bereits seit September möglich.
+++ Im Kampf gegen Covid-19 haben die USA nach eigener Darstellung bisher 200 Millionen Impfdosen gespendet.
Diese seien in 100 Länder weltweit geliefert worden, teilte das Weiße Haus in Washington mit. Neben Impfstoffen hätten die Vereinigten Staaten auch Corona-Tests, Sauerstoff und medizinische Ausrüstung bereitgestellt, hieß es weiter. Derweil kommt die Immunisierungskampagne in den USA selbst nur noch langsam voran. Bislang sind dort etwa 57 Prozent der Bevölkerung abschließend geimpft.
+++ Wegen mutmaßlichen Millionen-Betrugs mit Corona-Tests hat die Polizei mehrere Gebäude in Berlin, Sachsen und Sachsen-Anhalt durchsucht.
Der Betreiber von Testzentren in Berlin-Wedding soll gemeinsam mit weiteren Beschuldigten Leistungen für Tests abgerechnet haben, die es entweder gar nicht oder nicht in dieser Höhe gegeben hat. Insgesamt gehe es um mehr als drei Millionen Euro.
Mittwoch, 20. Oktober
+++ Die US-Regierung bereitet eine großangelegte Corona-Impfkampagne für Fünf- bis Elfjährige ab Anfang November vor. Nach einer Zulassung des Impfstoffes von Biontech/Pfizer könne dann schnell gehandelt werden, teilt das Präsidialamt mit. In Krankenhäusern, Arztpraxen und möglicherweise auch an Schulen sollen Impfstellen für Kinder eingerichtet werden. Eine Entscheidung über eine US-Zulassung wird für Anfang November erwartet. In den USA könnten dann 28 Millionen Kinder geimpft werden.
+++ Südafrika hat heute als erstes afrikanisches Land südlich der Sahara begonnen, Kinder im Alter ab zwölf Jahren gegen das Coronavirus zu impfen. Man wolle bis Januar 2022 mindestens 3,25 Millionen Mädchen und Jungen impfen, teilte das Gesundheitsministerium mit. Minderjährige erhalten in Südafrika zunächst nur eine Dosis des Präparats von Pfizer. Bislang sind rund 11 Millionen der knapp 60 Millionen Südafrikaner vollständig geimpft worden.
+++ Marokko kappt den Flugverkehr mit Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden. Die Maßnahme trete in der Nacht in Kraft und gelte "bis auf Weiteres", teilte die marokkanische Flughafenbehörde mit. Betroffen sind demnach sämtliche Flüge aus den drei europäischen Staaten sowie alle Flugverbindungen aus Marokko in diese Länder. Die nationale Fluggesellschaft Royal Air Maroc erklärte, die Entscheidung sei aufgrund der "Entwicklung der Pandemie" in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden getroffen worden. Anfang Oktober hatte Marokko aus dem gleichen Grund bereits alle Flugverbindungen mit Russland gekappt.
+++ Tschechien reagiert auf steigende Infektionszahlen mit einer Verschärfung der Corona-Regeln. Von kommender Woche an muss an allen Arbeitsplätzen in Innenräumen eine FFP2-Maske getragen werden, wie Gesundheitsminister Adam Vojtech nach einer Kabinettssitzung am Mittwoch bekanntgab. Ausgenommen sind Angestellte, die allein im Büro sitzen. Über die Wiedereinführung der Maskenpflicht in Klassenzimmern wurde sich die scheidende Regierung indes nicht einig.
+++ Russlands Präsident Putin hat wegen der Coronakrise in seinem Land eine arbeitsfreie Woche ausgerufen. Bei einem Treffen mit Behördenvertretern sagte er, er unterstütze den Vorschlag, arbeitsfreie Tage vom 30. Oktober bis zum 7. November im ganzen Land zu erklären. In dieser Zeit sind auch Schulferien. Putin rief die Bürger auf, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Innerhalb eines Tages registrierten die Behörden mehr als 34.000 Neuinfektionen, es gab rund 1.000 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus.
Passanten mit Corona-Schutzmasken in St. Petersburg. 
Passanten mit Corona-Schutzmasken in St. Petersburg. (IMAGO / ITAR-TASS)
+++ Rumänien verzeichnet die weltweit höchste Corona-Sterberate gemessen an der Bevölkerungszahl. Allein in den vergangenen 24 Stunden sind 574 Menschen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion gestorben. Die Intensivstationen sind überbelegt, 30 schwer kranke Patienten wurden nach Ungarn verlegt. Staatspräsident Iohannis will heute noch mit der Regierung verschärfte Vorsichtsmaßnahmen beschließen. Nur ein gutes Drittel der Rumänen haben bislang den vollen Impfschutz. Als mitverantwortlich dafür gelten Verschwörungsmythen in Medien, in der Unterhaltungsbranche und in der orthodoxen Kirche.
+++ Bundesgesundheitsminister Spahn plädiert dafür, auch nach dem erwarteten Ende der sogenannten "epidemischen Lage von nationaler Tragweite" bestimmte Corona-Maßnahmen auf Landesebene weiter anordnen zu können. Das geht aus einem Brief des Ministers an die Partei- und Fraktionschefs von SPD, Grünen und FDP hervor, über das mehrere Medien berichten. Dem Schreiben zufolge bestünden zwei Möglichkeiten, wie dies rechtlich umgesetzt werden könnte.
Zum einen könnte das Infektionsschutzgesetz so geändert werden, dass Schutzmaßnahmen künftig nicht mehr an das Bestehen einer bundesweiten epidemischen Lage geknüpft wären. Damit hätten die Landesregierungen freie Hand, ihre Corona-Verordnungen wie bisher regelmäßig fortzuschreiben. Alternativ könnten die Länder über ihre jeweiligen Parlamente die weitere Anwendbarkeit der Maßnahmen feststellen lassen.
+++ In der Diskussion über ein Ende der sogenannten "epidemischen Lage von nationaler Tragweite" haben sich mehrere Ländervertreter gegen ein baldiges Auslaufen ausgesprochen. Berlins Regierender Bürgermeister Müller etwa sagte im RBB-Hörfunk, man brauche mindestens eine Übergangszeit, bis sich die epidemische Lage tatsächlich entspanne. Möglich wäre auch eine neue Beschlussfassung des Bundestages mit Corona-Beschränkungen, bei denen es sich aber nicht um Eingriffe in Grundrechte handele.
++ Auch der niedersächsische Ministerpräsident Weil warnt vor einem baldigen Aus aller Corona-Maßnahmen. Was keinesfalls passieren dürfe mit Blick auf den Herbst und Winter sei ein ersatzloses Streichen der Schutzregeln, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. In der Pandemie gelte es, vorsichtig zu bleiben. Weil betonte, in der Gruppe der Ungeimpften seien die Inzidenzen wesentlich höher. Bundesgesundheitsminister Spahn hatte angeregt, die Regelung Ende November auslaufen zu lassen.
+++ Der Düsseldorfer Infektiologe Tom Lüdde hat in der Debatte um eine Beendigung der Corona-Notlage in Deutschland zur Vorsicht gemahnt. Es gebe noch Millionen von Ungeimpften, darunter drei bis vier Millionen Menschen mit Risikofaktoren für einen schweren Verlauf. Das sagte der Direktor der Klinik für Infektiologie an der Uniklinik Düsseldorf der "Kölnischen Rundschau". Eine rasch ablaufende Covid-19-Welle im Herbst und Winter könne zu zahlreichen Toten führen und die Krankenhäuser erneut an ihre Grenzen bringen.
+++ Der Vorstandsvorsitzende der Berliner Charité, Kroemer, mahnte, die Impfquote in Deutschland sei nicht so hoch, dass man beruhigt in den Winter gehen könne. "Wir haben nach wie vor schwerkranke Menschen in den Häusern", sagte Kroemer im Deutschlandfunk (Audio-Link). Die Situation sei numerisch nicht dramatisch, aber man müsse dennoch die Lage vorsichtig im Auge behalten. Bei der Einschätzung der Lage sei es weiterhin sinnvoll, auf die Sieben-Tage-Inzidenz zu schauen. Die Hospitalisierungsrate biete nur eine sehr kurze Reaktionszeit, um Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu ergreifen, "darauf kann man keine Strategie aufbauen".
Eine junge Frau lässt sich im Rahmen der Aktion «Kiez-Piks» in der Bar «Wunderbar» nahe der Reeperbahn im Stadtteil St. Pauli gegen das Coronavirus impfen. Nach erfolgter Impfung erhalten die Impflinge einen Pizza-Gutschein.
Auch kreative Impfaktionen wie hier auf der Reeperbahn haben die Impfquote noch nicht so hoch getrieben wie sie nach Ansicht von Experten für einen entspannten Winter sein sollte. (picture alliance / dpa / Daniel Reinhardt)
+++ Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist den siebten Tag in Folge gestiegen. Sie liegt nach Angaben des Robert Koch-Instituts jetzt bei 80,4. Am Vortag betrug der Wert 75,1, eine Woche zuvor war es 65,4. Die Gesundheitsämter meldeten mehr als 17.000 neue Ansteckungen. Den Angaben zufolge starben 92 weitere Menschen im Zusammenhang mit dem Virus. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht mit 2,13 an, nach 1,92 am Vortag.
+++ Der Bundesverband der kommunalen Senioren- und Behinderteneinrichtungen fordert eine Corona-Impfpflicht für Menschen in Senioren- und Pflegeheimen. Der Vorsitzende Schraml sprach sich in einem Interview mit dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" für eine bundesweit einheitliche Rechtsgrundlage aus, wonach Bewohnerinnen und Bewohner nur bei Impfschutz aufgenommen und Besuchende nur bei Impfschutz zugelassen werden dürfen. Ausnahmen sollte es nur für Menschen geben, bei denen es medizinische Bedenken für eine Impfung gibt.
+++ Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC mahnt, dass die Impfquote in Europa steigen müsse. Das sagte die Direktorin des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC), Andrea Ammon in einem Interview: "Solang nicht über 80 Prozent der Menschen vollständig geimpft sind, besteht einfach die Möglichkeit, dass der Rest der Bevölkerung von dem Virus befallen wird." Die Impfquote in Deutschland gibt das Robert Koch-Institut aktuell mit 65,8 für vollständig Geimpfte an.
+++ In Australien sind nun mehr als 70 Prozent der Bevölkerung über 16 Jahre vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Weitere Öffnungen werden nun erwartet. Die Regierung hatte zuletzt angekündigt, mit dem Fortschreiten der Impfungen auch schrittweise wieder die internationalen Grenzen des Landes öffnen zu wollen, die seit März 2020 geschlossen sind. Zunächst sollen vollständig geimpfte australische Staatsbürger und Menschen mit Wohnsitz in Australien wieder freier reisen dürfen. Wann Touristen wieder nach Down Under dürfen, ist noch unklar.
Ein Pop-Up-Impfzentrum im australischen Sydney. Die Mitarbeitenden tragen neben Masken auch Schutzvisiere.
In Australien sind nun mehr als 70 Prozent der über 16-Jährigen geimpft. (www.imago-images.de)
+++ Thailand meldet erstmals seit Monaten sinkende Infektionszahlen: Erstmals seit Monaten wurden weniger als 9.000 Neuinfektionen am Tag gemeldet. Im August war ein Höchstwert mit 23.000 Neuinfektionen am Tag registriert worden, seit Wochen stagnierten die Zahlen zwischen 9.000 und 12.000 neuen Fällen am Tag. Dennoch will Thailand ab dem ersten November das Land für vollständig geimpfte Touristen aus fünf Ländern, darunter Deutschland, öffnen. In Thailand sind bisher 38 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen Corona geimpft.
+++ US-Heimatschutzminister Mayorkas ist trotz Impfung an Covid-19 erkrankt. Er habe sich am Dienstag routinemäßig vor einer Reise testen lassen, teilte sein Ministerium mit. Er leide nur unter milden Symptomen. Am Montag war der frühere US-Außenminister Powell trotz vollständiger Impfung nach einer Corona-Infektion gestorben. Powell war laut Medienberichten vorerkrankt und soll Blutkrebs gehabt haben.
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