Freitag, 03. Dezember 2021

Newsblog zum Coronavirus+++ Die Entwicklungen vom 6. und 7. August +++

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland liegt nun bei 23,1 +++ In der Debatte um den künftigen Umgang mit Ungeimpften mehren sich die Stimmen für ein Ende der kostenlosen Corona-Tests +++ Die chinesische Millionenstadt Wuhan hat fast ihre gesamte Bevölkerung getestet +++ Mehr in unserem Newsblog

06.08.2021

Testzentrum am Flughafen in Düsseldorf
In Deutschland mehren sich die Stimmen für ein Ende der kostenlosen Corona-Tests (dpa/picture alliance/Rupert Oberhäuser)
Die aktuellen Entwicklungen finden Sie hier in unserem Newsblog. 
Samstag, 7. August
+++ Die Zahl der Corona-Patienten, die intensivmedizinisch behandelt werden müssen, steigt wieder an. Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin, Karagiannidis, teilte auf Twitter mit, zum ersten Mal seit Wochen registriere man eine echte Zunahme auf den Intensivstationen. Dort würden inzwischen 417 Covid-Patienten behandelt, vor einer Woche seien es noch 359 gewesen. Es sei deshalb wichtig, die Impfquote zu erhöhen.
+++ In Frankreich haben emehr als 230.000 Menschen gegen die Corona-Politik von Präsident Macron protestiert. Die größten Proteste gab es in Paris, Nizza und Montpellier. Stein des Anstoßes ist vor allem der sogenannte Gesundheitspass. Er soll als Impfnachweis dienen beziehungsweise ein negatives Corona-Testergebnis bescheinigen. Der Pass ist ab Montag in Frankreich Pflicht, wenn man beispielsweise in einem Restaurant essen möchte oder ein Schwimmbad, Museum oder Theater besuchen will. Die Demonstrierenden kritisierten, sie würden damit gezwungen, sich gegen ihren Willen impfen zu lassen.
+++ Impfungen gegen das Coronavirus haben nach einer Analyse des Robert Koch-Instituts eine hohe Wirksamkeit und können Zehntausende Leben retten. Laut einer Modellrechnung sind durch die Impfkampagne im Verlauf der dritten Corona-Welle geschätzt 38.300 Todesfälle verhindert worden. Die Zahl der verhinderten Meldefälle wird auf über 706.000 beziffert - die der stationären Patienten auf mehr als 76.600, die der Patienten auf Intensivstation auf knapp 20.000.
+++ Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen in den USA hat sich seit Ende Juni fast verzehnfacht. Der Sieben-Tage-Durchschnitt liege inzwischen bei mehr als 107.000 gemeldeten Fällen, teilten die Gesundheitsbehörden mit. Ende Juni seien es noch etwa 11.000 gewesen. Jetzt befinde ich die Zahl auf den höchsten Stand seit dem Winter. Die Behörden führten den Anstieg auf die besonders ansteckende Delta-Variante des Virus zurück. Weiter hieß es, besonders schnell breite sich das Virus derzeit in den US-Bundesstaaten Florida, Louisiana und Mississippi aus, wo ein vergleichsweise hoher Anteil der Bevölkerung noch nicht geimpft sei. Die Krankenhäuser dort verzeichneten einen Ansturm von Patienten.
+++ Eltern und Lehrerverbände sehen in zahlreichen Kommunen Versäumnisse bei der Vorbereitung auf das neue Schuljahr in der Corona-Pandemie. Viele Klassenräumen seien immer noch nicht mit Luftfiltern ausgestattet, kritisierte der Präsident des Lehrerverbands, Meidinger, in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Viele Länder säßen noch immer auf einem Teil ihrer Zuschüsse, weil die Kommunen sie nicht abriefen. Auch der Bundeselternrat sieht die Vorbereitungen auf das neue Schuljahr kritisch. Zur ganzen Meldung.
Lehrerin Ditte Müller begrüßt am ersten Schultag die Schüler der Klasse 1b vor der Tafel im Klassenzimmer der Grundschule „Werner Lindemann“..
Schulstart in Mecklenburg-Vorpommern mit Maskenpflicht: Auch die Schulanfänger müssen Maske tragen. (picture alliance / Jens Büttner)
+++ In zahlreichen französischen Städten werden am vierten Wochenende in Folge Massenproteste gegen die Verschärfung der Corona-Regeln erwartet. Heute werde wie bereits am vergangenen Samstag mit rund 200.000 Demonstranten gerechnet, berichteten französische Medien unter Verweis auf Polizeikreise. Der Unmut richtet sich gegen eine Impfpflicht für Gesundheitspersonal und eine Ausweitung des sogenannten Gesundheitspasses.
+++ Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Infektionen steigt weiter. Sie liegt nun bei 21,2 nach 20,4 am Vortag, wie das Robert Koch-Institut mitteilte. Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI binnen eines Tages 3.206 neue Positiv-Tests. Das sind 806 mehr als am Samstag vor einer Woche. 24 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus.
+++ Die Deutsche Fußball Liga hat einem Bericht zufolge bei den Clubs der Bundesliga für die Vorteile einer Impfung gegen das Coronavirus geworben. Es stehe jedem frei, sich nicht impfen zu lassen - dann müsse damit aber auch die Verpflichtung einhergehen, dafür Sorge zu tragen, dass man sich möglichst nicht infiziere, zitiert die "Bild"-Zeitung aus einem Rundschreiben an die Vereine. Wer sich nicht impfe, setze sich insbesondere im Profi-Fußball einem gewissen Risiko aus.
+++ Der Einzelhandelsverband fordert von Bund und Ländern den Verzicht auf Lockdowns. "Es muss klar sein, dass es keinen Lockdown mit Geschäftsschließungen mehr gibt", sagt Hauptgeschäftsführer Genth der "Welt". Das würden viele Geschäfte nicht mehr verkraften. Am Dienstag werden die Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel das weitere Vorgehen beraten.
+++ Sachsens Innenminister Wöller kann sich zusätzliche Urlaubstage für Beschäftigte im öffentlichen Dienst vorstellen, die sich gegen das Coronavirus impfen lassen. Er greift damit einen Plan aus dem Nachbarland Tschechien auf. Dort bekomme jeder geimpfte Beschäftigte im öffentlichen Dienst zwei zusätzliche freie Tage, sagte Wöller der CDU-Politiker der "Leipziger Volkszeitung". Das werde derzeit auch in Sachsen geprüft.
Freitag, 6. August
+++ Die Bundesregierung stuft größere Teile Frankreichs als Corona-Hochrisikogebiet ein. Von Sonntag an gelte das für die Regionen Okzitanien, Provence-Alpes-Côte d'Azur sowie die Insel Korsika, teilte das Robert Koch-Institut mit. Die Niederlande sind nach einem Rückgang der Infektionszahlen dann nicht mehr Hochrisikogebiet.
Mehr zu den aktuellen Hochrisikogebieten und den damit verbundenen Einreisebestimmungen haben wir in diesem Beitrag zusammengefasst.
+++ Die Hälfte der US-Bevölkerung ist inzwischen vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Am Vortag seien rund 821.000 Impfdosen verabreicht worden, womit die Schwelle von 50 Prozent erreicht sei, erklärte ein ranghoher Beamter des Weißen Hauses, Shahpar. Unter den Erwachsenen sind in den USA inzwischen knapp 61 Prozent vollständig geimpft.
+++ Der Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson kann nach Erkenntnissen der Europäischen Arzneimittelagentur in seltenen Fällen zu der Immunerkrankung Immunthrombozytopenie sowie zu Schwindel und Tinnitus führen. Die Produktinformationen für das Vakzin namens Janssen sollten um Hinweise auf die Möglichkeit derartiger Nebenwirkungen ergänzt werden, erklärte die Agentur. Der Nutzen des Impfstoffs überwiege aber weiterhin die Risiken.
++ Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland, Genth, hat eine Kampagne für das Impfen gegen Covid-19 angekündigt. Mit Plakaten in Schaufenstern und an Ladenkassen der großen Handelsketten solle dafür geworben werden, erklärte Genth. An ausgewählten Standorten könnten sich Kunden auch impfen lassen. Wo genau, stehe allerdings noch nicht fest. Es gehe darum, zu informieren und gleichzeitig aufzuklären. Das Motto der Aktion laute: "Leben statt Lockdown. Lass dich impfen".
Nach den inzidenzbedingten Lockerungen und Wiedereröffnung der Geschäfte herrscht in der Einkaufsstraße und Fußgängerzone Zeil in der Innenstadt von Frankfurt wieder reger Andrang von Passanten
Der Handelsverband will erreichen, dass sich mehr Menschen impfen lassen. (imago/Ralph Peters)
+++ Bundesgesundheitsminister Spahn hat noch einmal dafür geworben, Corona-Impfangebote anzunehmen. Gestern habe es knapp 100.000 Erstimpfungen gegeben, schrieb der CDU-Politiker auf Twitter. Das sei zu wenig, um gut geschützt durch Herbst und Winter zu kommen.
+++ Unter dem Motto "Drinks gegen Pieks" bieten Kölner Gastronomen im Studentenviertel "Kwartier Latäng" Verzehrgutscheine für Corona-Schutzimpfungen an. Von 17.00 bis 22.30 Uhr stehe ein städtischer Impfbus an der Zülpicher Straße, sagte Stadtsprecher Mensing. Gut 20 Gastronomen hätten Verzehrgutscheine beigesteuert - in der Regel im Wert von zehn Euro, sagte der Sprecher des Gastro-Vereins für das Viertel, Vogt. Für den ersten Tag lägen 300 Gutscheine bereit.
+++ Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts steigt die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Infektionen in Deutschland derzeit früher und schneller an als im Sommer 2020. Das geschehe trotz steigender Impfquote, heißt es im Wochenbericht des RKI, der gestern Abend veröffentlicht wurde. Die Gesundheitsämter können demnach nicht mehr alle Infektionsketten nachvollziehen. Betroffen sind vor allem 10- bis 34-Jährige. Die meisten Ansteckungen mit 49 pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche verzeichnet das RKI in der Gruppe der 20- bis 24-Jährigen.
+++ Die Chefin der US-Gesundheitsbehörde CDC hat vor Hunderttausenden Corona-Neuinfektionen pro Tag in den USA gewarnt. Wenn das Land zusammenstehe, Ungeimpfte sich impfen ließen und die Menschen ihre Masken trügen, könne man die Situation binnen wenigen Wochen unter Kontrolle bringen, sagte Walensky dem Sender CNN. "Unsere Modelle zeigen jedoch, dass wir, wenn wir das nicht tun, auf mehrere 100.000 Fälle pro Tag kommen könnten - ähnlich wie beim Anstieg Anfang Januar."
Die Chefin der US-Gesundheitsbehörde CDC, Rochelle Walensky.
Die Chefin der US-Gesundheitsbehörde CDC, Rochelle Walensky (Pool The New York Times/Stefani Reynolds)
+++ Im Kampf gegen Corona treten in Italien strengere Regeln in Kraft. Sie sind unter dem Namen "Grüner Pass" zusammengefasst. Wer ab heute in einem Restaurant drinnen essen möchte, ins Museum oder in ein Schwimmbad oder eine Therme gehen will, muss entweder einen Impfnachweis, einen 48 Stunden lang gültigen negativen Corona-Test oder einen Genesungsnachweis vorlegen.
Die neuen Regeln gelten auch für Kultur- oder Sportveranstaltungen im Freien oder für Fitnessstudios. Betroffen sind alle Menschen ab zwölf Jahren.
+++ Die Berliner Charité hat diese Woche begonnen, Mitarbeiter ein drittes Mal gegen das Coronavirus zu impfen. Die Auffrischimpfung werde seit Mittwoch angeboten, sagte ein Sprecher.
Angesprochen seien Beschäftigte, die vor mindestens sechs Monaten ihre zweite Impfung erhalten hätten und mindestens 60 Jahre alt seien. Dabei handle es sich um Mitarbeiter von Covid-19-Risikobereichen, die zudem altersbedingt einem erhöhten Risiko unterlägen.
+++ Die Bundesregierung strebt nach Zeitungsinformationen die Verlängerung der vereinfachten Regeln beim Kurzarbeitergeld und der Corona-Hilfen für Unternehmen bis Ende des Jahres an. Die grundsätzliche politische Entscheidung sei zwischen Union und SPD bereits gefallen, schreibt die "Rheinische Post" unter Berufung auf Regierungskreise. Derzeit liefen noch Gespräche über Detailfragen.
Beide Regelungen sind bis Ende September befristet und sollen nun bis Jahresende ausgeweitet werden.
Die Delta-Variante des Coronavirus gilt im Vergleich zum Wildtyp als ansteckender und gefährlicher. Erstmals im Oktober 2020 in Indien entdeckt, breitet sie sich inzwischen in vielen Weltregionen aus. Auch in Deutschland steigt ihr Anteil. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.
+++ Die Ständige Impfkommission will bald entscheiden, ob sie eine Corona-Impfung für Schwangere empfiehlt. Die dem Gremium angehörende Gynäkologin Röbl-Mathieu sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, man arbeite die vorliegenden Daten derzeit systematisch auf. Im Mittelpunkt stünden dabei die Sicherheit und Wirksamkeit der Vakzine sowie die Erkenntnisse zu Covid-Erkrankungen während Schwangerschaften. Diese Aspekte würden dann einer Nutzen-Risiko-Bewertung unterzogen, betonte Röbl-Mathieu. Ergebnisse der Analyse seien ab Ende August zu erwarten.
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