25 Jahre Pisa-Schock
OECD-Bildungsdirektor Schleicher: Deutschland lehrt das Wissen von gestern

Der Bildungsdirektor der OECD, Schleicher, hat die Veränderungen im deutschen Bildungssystem in den letzten 25 Jahren gelobt - und zugleich weitere Reformen angemahnt. Schleicher sagte gegenüber dem Deutschlandfunk, nach dem Pisa-Schock 2001 sei vieles in Gang gekommen. Leider sei dieser Reform-Einfluss irgendwann zum Erliegen gekommen.

    Andreas Schleicher, OECD-Direktor für Bildung und Kompetenzen, spricht bei der Vorstellung einer Studie vor der Bundespressekonferenz.
    OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher (dpa / Wolfgang Kumm)
    Im deutschen Bildungssystem würden Kinder mit dem Wissen von gestern ausgebildet. Das biete aber keine Lösungen für die Probleme der Zukunft. Schleicher sagte weiter, an Geld und anderen Ressourcen fehle es in Deutschland eigentlich nicht. Vieles würde aber an der falschen Stelle eingesetzt. Seiner Meinung nach müsse mehr Geld dort investiert werden, wo man etwas bewegen könne. Zudem sei es wichtig, Lehrkräfte deutlich besser zu unterstützen.
    Ziel muss es laut Schleicher sein, dass Deutschland als führende Wirtschaftsnation auch als Bildungsnation an die Spitze aufschließt. Mit den führenden Staaten in Asien könne man sich schlecht messen, dort habe Bildung in der Gesellschaft einen viel höheren Stellenwert. Deutschland müsse aber mit Ländern wie Dänemark oder den Niederlanden mithalten können und beim Bildungsvergleich im oberen Drittel der Länder weltweit liegen.
    Das vollständige Interview mit Andreas Schleicher können Sie hier hören.
    Diese Nachricht wurde am 07.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.