SED-Diktatur
Opferverbände: DDR-Geschichte muss Pflicht für Berliner Abiturienten bleiben

Vertreter der Opfer der SED-Diktatur in der damaligen DDR wenden sich gegen eine Neuregelung des Geschichtsunterrichts für angehende Abiturienten in Berlin. Hintergrund sind Pläne, nach denen die Geschichte der deutschen Teilung nicht mehr für alle Schülerinnen und Schüler in der gymnasialen Oberstufe verpflichtender Lehrinhalt wäre.

    Durch eine Türöffnung ist eine Zelle zu sehen, in der ein Bett mit blau gestreifter Matratze steht. Obenauf liegt eine Hose, davor stehen Pantoffeln auf dem Boden; der Putz an der Wand ist großflächig abgeblättert.
    Eine Zelle in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, dem einstigen Stasi-Gefängni (Archivbild) (picture alliance / IPON / Stefan Boness)
    Es sei ihm völlig unverständlich, dass der CDU-geführte Senat unter dem Regierenden Bürgermeister Wegner in Erwägung ziehe, die deutsch-deutsche Geschichte nur noch als Wahlfach zu behandeln, sagte der Vorsitzende der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft, Dombrowski.

    "Verheerendes Signal an junge Menschen"

    Gerade die Auseinandersetzung mit der deutschen Teilung, der SED-Diktatur und den Folgen kommunistischer Gewaltherrschaft sei ein unverzichtbarer Bestandteil historisch-politischer Bildung, erklärte der Verband in einer Mitteilung. "Eine Herabstufung dieses Themenkomplexes sendet ein verheerendes Signal - insbesondere an junge Menschen, deren historisches Bewusstsein Grundlage für eine gefestigte demokratische Haltung ist."
    Zuvor hatten sich bereits die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur sowie der Landes- und Bundesverband der Geschichtslehrerinnen und -lehrer mit einem offenen Brief an die Berliner Bildungssenatorin Günther-Wünsch gewandt und eine Rücknahme der Pläne verlangt. Nach Informationen der "FAZ" ist Günther-Wünsch inzwischen von den Plänen abgerückt.
    Diese Nachricht wurde am 17.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.