Ukraine-Krieg
Osteuropaexperte: "Sicherheitslage im Schwarzen Meer wird unterschätzt"

Der Osteuropaexperte Wilfried Jilge warnt vor einer Unterschätzung der Sicherheitslage im Schwarzen Meer. Jilge sagte im Deutschlandfunk, Russland greife inzwischen nicht mehr nur Schiffe in ukrainischen Häfen an, sondern zunehmend auch auf See sowie in den Wirtschaftszonen Bulgariens und Rumäniens.

    Man sieht den lichterloh brennenden Tanker "Rio" in der Nacht im Schwarzen Meer aus der Ferne.
    Brennender Tanker nach einem Drohnenangriff im Schwarzen Meer . (IMAGO / ITAR-TASS / IMAGO / Dmitry Feoktistov)
    Nach Einschätzung des Experten der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) zielen die Angriffe darauf ab, den ukrainischen Getreideexport zu behindern. Russland wolle die Versicherungs- und Transportkosten in die Höhe treiben und so den wichtigsten Exportweg der Ukraine schwächen , so Jilge. Er sprach von einem "groben Völkerrechtsbruch".

    Sorge um Europas Südostflanke

    Der Historiker warnte vor einer wachsenden Bedrohung für die Südostflanke Europas. Man dürfe nicht nur auf die Ostsee und die nördliche NATO-Flanke blicken, sondern müsse auch den Schwarzmeerraum stärker in den Fokus nehmen. Jilge verwies auf wiederholte Drohnenvorfälle in Rumänien und Moldau sowie auf Einschläge in Grenzregionen des Donaudeltas. Russland versuche, Staaten wie Rumänien, Bulgarien und Moldau zu destabilisieren, die eine Schlüsselrolle bei der Unterstützung der Ukraine und beim Betrieb der Solidaritätskorridore spielten, so der Experte.
    Nach mehreren Drohnenangriffen auf Handelsschiffe vor den Küsten Bulgariens und Rumäniens hat die NATO ihre Überwachung der Schwarzmeerregion verstärkt.
    Diese Nachricht wurde am 21.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.