Münster
Paukenschlag im Rechtsstreit um Kiesabbau am Niederrhein: OVG erklärt gesamten Regionalplan Ruhr für unwirksam

Das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht Münster hat den für das Ruhrgebiet wichtigen Regionalplan Ruhr für komplett unwirksam erklärt.

    Kies fällt von Transportbändern herab auf Berge von Kieselsteinen.
    Die Region um Kamp-Lintfort, Neukirchen-Vluyn, Rheinberg und Hünxe gehört zu den kiesreichsten Gebieten Deutschlands. (dpa / Christoph Reichwein)
    Bei der Planung habe es gravierende Fehler gegeben, erklärte der Vorsitzende Richter. Eine Revision wurde nicht zugelassen. Der Plan ist das zentrale Instrument für langfristige Gebietsentwicklungen. Betroffen sind nun der Bau von 140.000 Wohnungen in den nächsten 20 Jahren sowie die Ausweisung von Gewerbegebieten, in denen 195.000 Arbeitsplätze entstehen könnten. Auch Regelungen für Windenergie oder Naherholungsgebiete sind Teil des Plans.
    Ursprünglich ging es in dem Prozess nur um den Abbau von Sand und Kies am Niederrhein. Mehrere Kommunen und Anwohner im Kreis Wesel hatten gegen neue Baggerlöcher geklagt. Sie halten diese Ausweitung für übertrieben und argumentieren mit der Zerstörung der Landschaften. Zugleich hatte ein Rohstoffunternehmen geklagt. Das wiederum wollte die Ausweitung des Kiestagebaus erreichen. - Die Region um Kamp-Lintfort, Neukirchen-Vluyn, Rheinberg und Hünxe gehört zu den kiesreichsten Gebieten Deutschlands.
    Diese Nachricht wurde am 13.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.